Wie werden einwandfreie Erhebungen über die Lage der Landarbeiter angestellt? 1893
(in: MWG I/4, hg. von Wolfgang J. Mommsen in Zusammenarbeit mit Rita Aldenhoff)
Bände

[154]Editorischer Bericht

Zur Entstehung

In der ersten Folge seiner Artikelserie „Die Erhebung des Vereins für Sozialpolitik über die Lage der Landarbeiter“1[154]In: Das Land. Zeitschrift für die sozialen und volkstümlichen Angelegenheiten auf dem Lande, Nr. 1 vom 1. Jan. 1893, S. 8 f.; oben, S. 123–127, bes. S. 126. hatte Max Weber auf die im Sommer 1892 vom Aktionskomitee des Evangelisch-sozialen Kongresses beschlossene Erhebung über die Lage der Landarbeiter hingewiesen, bei der, im Unterschied zu der Enquete des Vereins für Socialpolitik, nicht die Arbeitgeber, sondern die Landgeistlichen über die Lage der Landarbeiter befragt werden sollten.

In Reaktion auf Webers Artikel meldete sich, ebenfalls in der Zeitschrift Das Land, ein schlesischer Arzt, der Kreisphysikus Richter aus Groß-Wartenberg bei Breslau, mit dem Vorschlag zu Wort, statt für Landgeistliche „einen Fragebogen für Landärzte anzufertigen und zu versenden“. Es gäbe, so der Verfasser, nur einen Stand, „dem der gewöhnliche Mann aus dem Volke sich gibt, wie er gewachsen ist; das ist der ärztliche. Darum ist jeder tüchtige Arzt ein berufener, wo nicht der allerberufenste Sozialpolitiker.“2Nr. 3 vom 1. Febr. 1893, S. 45.

Weber nahm zu dem Vorschlag, eine Erhebung über die Lage der Landarbeiter unter den Landärzten zu veranstalten, in der nächsten Nummer der Zeitschrift Das Land Stellung, in der auch die vierte Folge seiner Artikelserie „Die Erhebung des Vereins für Sozialpolitik über die Lage der Landarbeiter“ erschien.

[155]Zur Überlieferung und Edition

Ein Manuskript ist nicht überliefert. Der Abdruck folgt dem Text, der unter der Überschrift „Wie werden einwandfreie Erhebungen über die Lage der Landarbeiter angestellt?“, in: Das Land. Zeitschrift für die sozialen und volkstümlichen Angelegenheiten auf dem Lande, hg. von Heinrich Sohnrey, Berlin, Nr. 4 vom 15. Februar 1893, S. 59 f., erschienen ist (A). Der Text ist gezeichnet mit „Charlottenburg. Dr. Max Weber.“