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Die digitale Max Weber-Gesamtausgabe.

[528][A 1r]Simmel, Soziologie

Begriff der Wechselwirkung S. 134.
a
[528] Eigenhändige Hinzufügung in Bleistift am oberen Blattrand.
|:Entstehung der:| „Soziologie“ nur 〈Folge der〉 Abspiegelung der
polit[ischen] Macht, die die Massen |:g[e]g[en]über dem Indivi-
duum:| erlangt haben.
〈Nein:〉 Dies Wichtignehmen der ästhetischen u. dgl. Dinge, der
Erotik, ist Symptom f[ür] den Mangel ernster Aufgaben[.] Gesang-
vereinsmeierei
b
Alternative Lesung: Gesetzvereinsmeierei
.
Untere Schichten= Gesellschaft.
Soziol[ogie] als Methode= überall, in allen Wiss[ens-]Gebieten,
Berücks[ichtigung] der d[urch] Wech-
selwirkung der Menschen bedingten
Verh[ältnisse] u. Thatbestände
Dies so wenig e[ine] „Wissenschaft“
wie die „Induktion“.
Bes. Gegenstand nicht= besondere neue, nie wahrgenom-
mene Objekte. Sondern neue Linie
legen d[urch] bekannte Objekte.
Gesellschaft= Wechselwirkung v[on] Individuen
Ausüben v[on] Einflüssen oder Empfang v[on] Wirkungen
v[on] anderen Individuen S. 5.
Dies bedeutet, daß aus 〈beiden〉 den Trägern der Wirkungen
eine Einheit wird.
Wenn ein Indianer ein Wild schießt, findet der Nachbar-India-
ner es vor (oder nicht mehr vor)[.] Ist das eine „Einheit“?
[529]
Wechselwirkung ist= Einheit. Nur sie ist es.
„Einheit“ des Organismus ist= Wechselwirkung v[on] Elementen
Das Gegenseitige ist stets nur potentiell vorhanden! S. 6
c
[529] In Bleistift geschriebene Passage von oberer Blatthälfte hierhin verschoben.
Ein Körper e[ine] Einheit wegen des engeren Wechselaus-
tauschs seiner Energien S. 5/6
sehr fraglich
d
In Bleistift geschriebene Passage vom oberen rechten Blattrand hierhin
verschoben.
Ist der Energie-Austausch e[in] quantitativ stärker[er], wenn
ich lebenslänglich Mitglied e[ines] Vereins bin oder wenn ich
in e[ine] Prügelei verwickelt werde? |:oder einen coitus
ausübe.:|
f
Einschub in Tinte.
In letztem Fall!
e
Zusatz am linken Blattrand in Bleistift (quer zur Blattrichtung geschrieben).
Organischer Körper= innigere Wechselwirkungsbeziehun-
gen als nach außen.
Was heißt: innigere? Das ist ja
gar nicht wahr!
Staatd[it]o? Werthbegriffe!
Inhalt“, „Materie“ der Vergesellschaftung: Alles, was in den
Individuen als psych[ische] Zuständlichkeit so vorhanden ist,
daß daraus Wirkung oder Empfangen v[on] Wirkung entsteht.
An sich ist dies noch nicht sozialen Wesens S. 6. Sie bilden erst
die Vergesellschaftung, als deren Motive
Vergesellschaftung ist die Form, in der die Individuen (auf Grund
jener Motive) zu e[iner] Einheit zusammenwachsen
[530]Zweck, Motiv u.s.w. – u. Form, unter der dies Motiv gesellsch[aft-
liche] Existenz erlangt,
sind in der Wirklichkeit untrennbar.
Die Coexistenz der Inhalte ist noch nicht 〈Gesellschaft〉 „Verge-
sellschaftung“
Erst die Wirkung von u. auf e[inen] Anderen ist dies
Die Form dieses Wirkens ist der einzig mögliche G[e]g[en-]
stand e[iner] Soziologie. S. 7
Absolute Vorbedingung:1) daß die gleiche Form s[ich] an
versch[iedenen] Inhalten findet
2) das entspr[echend] Umgekehrte.
Also: Feststellung, systematische Ordnung, psychologische
Begründung, historische Entwicklung der reinen Formen der
Vergesellschaftung S. 9
Alle andren Wissenschaften |:v[om] Menschen:| gliedern s[ich]
nach dem Inhalt der Interessen, um deren willen man sich
vergesellschaftet.
„Gesellschaft“ ist:1) der Complex der vergesellschafte-
ten Individuen
2) die Summe der Beziehungsformen
(cf. den Doppelsinn auch bei: „Kugel“) S. 10
Nicht sowohl, welche Interessen die 〈„Gesellschaft“〉
|:Vergesellschaftung:| bewirken,
als wie sie „V[ergesellschaftung]“ sind, fragt die Soziologie S. 11
Die abstrakten Formen interessieren sie.
[531]
E[ine] gegebene Anzahl v[on] Individuen kann
g
[531]A: können
daher mehr
oder weniger „G[esellschaft]“ sein. Es giebt keine
„G[esellschaft]“ schlechthin, sondern nur ihre einzelnen Arten.
„G[esellschaft]“ schlechthin ist keine Realität.
Sondern: best[immte] Wirkungen zwischen Individuen fallen
unter die Kategorie „G[esellschaft]“
S. 13. 〈Um〉 Gesetz – Einmaligkeit?
Beides. (Aber: Hier ist S[immel] sehr schwach!〈)〉 Er spricht
nur – S. 13–14 – von den Allgemeinbegriffen. Dabei Gleichheit
u. Analogie S. 14. gleichgestellt!)
Entscheidende Schwierigkeiten selbst hervorgehoben S. 15.
(Zunft u. Differenzierung)
(Form u. Inhalt nicht zu trennen, weil historisch.[)]
M. E. soziolog[ische] Deutung nicht schwer.
h
Zusatz am linken Blattrand.
Noch deutlicher S. 17. „instinktives Vorgehen“.
Anm. das[elbst]: Beispiele des Vorgehens, Fragmente, absichtlich
nicht systematisch, unendlicher Weg – Sinn des Buches.
Bisher stets
i
i–i (bis S. 532: Dunkelheiten.) Textpassage am linken Blattrand in Tinte (quer zur Blattrichtung geschrieben).
Staat, Priestertum pp. Objekte der Betrachtung. Jetzt:
Mikroskopie; die kleinen täglichen Beziehungen, das s[oziale]
Anblicken pp. S. 19/20
Wunderschöne Ausführungen.
k
Zusatz links neben Textpassage.
Wird es nicht 〈das〉 dad[urch] Sozialpsychologie? „Psycho-
l[ogische]“ Darstellung zum Zweck des causalen Verstehens
unentbehrlich. Aber nur wie Kreidekreis 〈s.〉 als Symbol des
geometr[ischen] Kreises.
F[ür] Soziologie das Psychologische nicht 〈erst〉 das Endgültige,
sondern die Beziehungsformen
[532]Hier stecken zahlreiche Dunkelheiten.
i
i (ab S. 531: Bisher stets)i Textpassage am linken Blattrand in Tinte (quer zur Blattrichtung geschrieben).
l
[532] Zusatz links neben Textpassage.
[A (1)v]Excurs: „wie ist Gesellschaft möglich“? S. 27 f.
1. Natur: nach Kant kann Verbindung nicht in den Dingen liegen.
〈Der Geist〉 |:Das Subjekt:| bringt sie zustande.
2. Dag[e]g[en] nach Simmel: bei Gesellschaft liegt die
V[erbindung] in den Dingen.
S. 20 „Die Gesellschaft ist die objektive, des in ihr nicht mitbegrif-
fenen Beschauers unbedürftige Einheit“. // !
S. 30 Zu der Einheit v[on] Menschen mit einander (in Liebe pp)
giebt es in der Natur keine 〈Einheit〉 |:Analogie:| (!)
Die Naturdinge sind weiter auseinander (!)
Probl[em] entg[e]g[en]gesetzt: Mün-
sterberg
Cf. auch: Probleme der Gesch[ichts-]
Philosophie].
1
[532] Gemeint ist: Simmel, Probleme2.
Andrerseits gehen die Naturdinge in dem Beschauer in e[ine]
Einheit zusammen, welche v[on] den Individuen nicht erreicht
wird
E[ine] Anzahl v[on] Menschen ist realiter weniger, idealiter
mehr e[ine] Einheit als 〈der〉 eine „Zimmereinrichtung“
Unterschied seelischer u. körperl[icher] „Gegebenheit“:
Erkennen der „Bewegungen“
der Außenwelt auch, ohne selbst Körper zu sein.
[533]Seelische Vorgänge nur, wenn man sie selbst durchlebt Seele
hat.
m
Ergänzung am oberen linken Blattrand in Tinte (quer zur Blattrichtung geschrieben).
S. 31
2
[533] Weber bezieht sich hier auf Simmel, Soziologie, S. 30 (nicht: S. 31).
Sicherheit des Ich-Gefühles 〈eben da〉. Damit das Du
gegeben.
Daß das „Du“ Objekt sein kann – tiefstes Problem. Es ist kein
Objekt. Es ist ein Wissen von der Seele des Andren.
Das Wissen davon, vergesellschaftet zu sein, – welche Katego-
rien hat es? S. 32
Vollkommenes Erkennen 〈setzt〉 |:würde:| vollkommene Gleich-
heit voraussetzen (!)
Hier klingen Münsterbergiana u. Probleme d. Gesch[ichts-]
Ph[ilosophie] an.
n
[533] Zusatz am linken Blattrand.
Die Bemerkungen z[um] Problem des Individuellen sind – S. 33
wenig zutreffend.
Dag[e]g[en] manches Gute S. 34/5:
der Einzelne sieht den Anderen1) als dessen Idealtypus
2) als Typus seiner sozialen
Gruppe pp.
Dadurch Einrangierung erleichtert, das ist wahr.
Die Sache auch wichtig: stets Gesammtbild aus Fragmenten
(daher: Verteidiger |:im Prozeß:| nötig)
(Aber nichts Logisches!!)
Andrerseits fundamental wichtig, daß die Menschen alle ein
„Außerdem“ haben, nicht nur als Typen s[ozial] gelten
Sehr gute Einzelbemerkungen (Liebe, 〈sozi〉 Priester, Beruf)
(Entpersönlichung des Berufs z. B.) S. 37
[534]
S. 38/9 zeigt, daß S[immel] nicht nur Soziologie treibt, daß seine
Kategorien nicht nur soziologische sind!
(Religiöses Verh[ältnis] v[on] Gott zu Mensch ist kein
soziol[ogisches] Verh[ältnis].[)]
schlecht: S. 40. Problem der Werthe umgangen.
Man kann (nach S[immel]) das ganze, Produkt der „Gesell-
schaft“ (nur ihrer ? ?
o
[534] In A folgt eine Klammer.
– der ganze Begriff ist dabei aufgege-
ben!)[,] seiende |:Leben des:| Individuums auch als Erlebnis
desselben auffassen. Dad[urch] andre Kategorie an denselben
Thatbestand gelegt.
S. 41 Das Individuum ist nicht geteilt in e[ine] soziale u. e[ine]
〈ind〉 „eigne“ Sphäre, sondern ist
beides zugleich, e[ine] Einheit, die einerseits so, andrerseits so
begriffen werden will.
Beides nicht = einmal |:den Körper:| nach s[einer] Schwere,
einmal nach s[einer] Farbe ansehen, sondern Beides ist Einheit.
Dies das Apriori der „Gesellschaft“
„Analogie“.
F[ür] die Physik die Verwendung der Mathematik sagt Duhem
einmal
3
[534] Bezug ist: Duhem, Pierre, La Théorie physique. Son objet et sa structure. – Paris: Chevalier & Rivière, Éditeurs 1906; deutsche Ausgabe: Ders., Ziel und Struktur der physikalischen Theorien. – Leipzig: Johann Ambrosius Barth 1908.

E[ine] mathemat[ische] Deduktion nützt dem Physiker nichts,
solange sie nur besagt, daß 〈bei〉 wenn 〈der〉 ein Satz streng richtig
ist, die strenge Richtigkeit 〈des〉 eines anderen Satzes folgt. Sie
muß vielmehr auch 〈besagen〉 |:erweisen:|, daß 〈wenn〉 der zweite
Satz 〈die〉 annähernd richtig bleibt, wenn der erste nur annähernd
zutrifft und muß überdies auch den Umfang der Annäherung
berechnen.
p
Ergänzung am linken Blattrand in Bleistift (quer zur Blattrichtung geschrieben).
[535]
S. 43. III. Gesellschaft= Anordnung ungleicher Elemente.
Jedes Individuum hat seine
– „sinnvolle, wenn auch nicht
immer werthvolle“ Leistung. !!
Werthstandpunkt
Sie verläuft so, als ob jedes Element
f[ür] diesen Platz vorgesehen wäre
reiner Unsinn!??
Hat für Organismus Sinn!
q
[535] Zusatz am linken Blattrand.
Worin besteht die – S. 42
4
[535] Weber bezieht sich hier auf Simmel, Soziologie, S. 43 (nicht: S. 42).
– prästabilierte Harmonie zw. Indivi-
duum u. Gesellschaft?
S. 45. Berufs-Begriff. Gesellschaft nur d[urch] ihn möglich. Jene
„Harmonie“ schließt ihn ein.
[A 2r]Simmel
2. Kap.
Quantitative Bestimmtheit der Gruppe.
Mancherlei Schiefes neben Richtigem über Größe u. Kleinheit
v[on] Parteien pp. S. 50 ff.
Geringere Aktionsfähigkeit großer Gruppen – kommt auf Verfas-
sung an!
cet[eris] par[ibus] – vielleicht richtig
„Richtiges“ Behandeln S. 57 unten: Werthurteil
Gute Bemerkungen über |:Militär-:|Tyrannis u. Umfang. (Indes-
sen hierbei reales Kommando spürbar) S. 58
[536]Wirksamkeit der Sitte an die numerische Geringfügigkeit des
Kreises gebunden S. 62
Manches Schiefe: S. 63. (Der Inhalt der soz[ialen] Ordnung
entscheidet)
Einteilung der Gruppen: auch hier der Inhalt – Phylen – oft
entscheidend. S. 64
Schief über Kleisthenes S. 65
Gute u. zutreffende Bemerkungen über die Bedeutung der Zahl
g[e]g[en]über dem Individuum
(Geselligkeit, Hundertschaften pp. S. 70/1 Schief S. 71 Anm.
am Schluß[)]
Zahl der patriarchal[ischen] Hausfamilie (kaum richtig!)
S. 73. 74
Inhalt spielt hinein S. 75. Anm. unten.
(Aber richtig ist, daß die Thatsache der Bedeutung des
Numerischen generell festgestellt werden mußte.)
Über „Einsamkeit“ u. „Freiheit“ – ganz gut, wenig Neues
S. 76–80
Verhältnis zu 2en: besondre Gefahr der Trivialisierung für sie
(der Inhalt entscheidet m. E. S. 84
Das Richtige ist S. 97 gesagt.[)]
Sehr gutüber Ehe u. KindS. 86
über den Inhalt der EheS. 90 Anm.
Schwach über Associé’sS. 90/91
Über Ethik des 〈Willen〉 „Interesses der Gesammtheit“ gut,
aber unvollständigS. 91/2
r
[536] In A doppelte Unterstreichung.
Constellation von 3S. 99 ff., speziell S. 101
[537]
Stagnierende Epochen haben „Vermittlungs“-Parteien (?)
(Der „Dritte“ ist gar nicht immer „Vermittler“〈)〉
– cf. Soz[ial-]Dem[okratie]
Centrum
Liberale Conservative[)]
Die Inhalte entscheiden doch
Folge v[on] Simmels Formalismus.
s
[537] Zusatz rechts.
Sehr gut über Wesen der Vermittlung. S. 105.
(Intellektualisierung des Antagonismus[)]
„Uninteressiertheit“ des Vermittlers: podestà als Beispiel mir
zweifelwürdig. S. 108
Hier materielle Umstände: der p[odestà] ist nicht festgewur-
zelt, kann nicht Tyrann werden, verletzt keine Eitelkeit u.
Rivalität der einheimischen Parteien. Anders constelliert.
Zu leicht gemacht!
Ganz richtig nachher S. 165 unten 166
t
Zusatz rechts neben dem Text.
Dag[e]g[en]: J[ulius] Jolly
u. die beiden Pfaffen!
a
Zusatz links neben dem Text.
Idealtypen S. 109 unten 110 oben
Bedeutung der „Parteilosigkeit“ der Intelligenten S. 110 unten
(kommen sich klug vor – räuspern u. spucken sich)
Gothein!
Überschätzung des Intellektuellen
b
Zusatz links neben dem Text.
S. 112 unten: statt „Interessen“ (der Tories an den Arbeiter-
schutzgesetzen): „Rancune“
(psychologisierende Umdeutung eines rationalen
Verhältnisses)
[538]
S. 113: |:überall ist:| 〈Das〉 das Rationale ganz 〈unterschätzt〉
zusammengewirrt mit Psychologischem
Stellung der Zentrumspartei als „tertius gaudens“: die sachli-
chen Interessen wichtiger als S[immel] glaubt: Bauernpartei,
Kleinbürgerpartei. Starke Bedeutung der kirchl[ichen] Interes-
sen.
p. 115 S[immel] hat Recht. Das Überwiegen der kirchl[ichen]
Interessen ist das Entscheidende
Fälschlich sind die röm[ischen] Bischöfe unter die tertii gauden-
tes gerathen S. 116.
Sie waren Schiedsrichter
c
[538] Zusatz links, oberhalb des Textes.
Rationalität pp.
cf. S. 21
e
In A doppelte Unterstreichung.
bei Simmel
ganz unvollständig
Es fehlt eben eine Behandlung der Grundfrage[n]: inwieweit
rational, inwieweit erlebbar, inwieweit physiologisch bedingt, u.
wie sie zusammenwirken.
Im Einzelnen kommt die Scheidung vor cf. S. 166
S. 556 Simmel in der Soz[ial-]Psychol[ogie]
d
Ergänzung am linken Blattrand in Bleistift.
[A (2)v]S. 556 ff
f
f–f (bis S. 539: S. 562) Textpassage am linken Blattrand; inhaltliche Fortsetzung des Randzusatzes auf A 2r.
Über Sozialpsychologie.
Diese nach S[immel] nichts Selbstständiges
g[e]g[en]über der Individualpsychologie
S. 558/91) Der Inhalt der „sozialen“ Erscheinungen (Sprache
pp.) ist nichts Psychologisches mehr.
(„ebenso wie der logische Sinn e[ines] Urteils“ –: Das ist
schief.[)]
[539]
2) Irrige Rückspiegelung e[ines] „einheitlichen“ Effektes
〈u〉 (Zerstörung e[ines] Hauses) auf e[ine] vermeintlich
einheitl[iche] Ursache
3) Qualitative Änderungen der Empfindungen u. Hand-
lungen des Einzelnen durch das Mithandeln Andrer
(dies ist dann e[in] Teilproblem der Individualpsycholo-
gie)
S. 562Statistische Thatsachen sind sozialpsychol[ogische] nur,
soweit das Handeln 〈von d[urch]〉
g
[539] In A folgt: der
des Einen durch den
Anderen beeinflußt ist.
(dies oft – S. 563 – aber nicht immer)
Man würde 〈sie〉 nicht |:von:| „sozialpsychologisch“
sprechen, wenn genau die gleiche Handlung von nur
wenigen, genau gleich causal bedingt, begangen würde.
Ethnologisch: Hier Rassen-Einflüsse pp.
Aber dies nichts Soziales
h
A:soziales
, d. h. d[urch] Wechselwir-
kung Erzieltes
(Ein Durchschnitt.) S. 562
f
f (ab S. 538: S. 556 ff)f Textpassage am linken Blattrand; inhaltliche Fortsetzung des Randzusatzes auf A 2r.
Bedeutung der 5, 10, 100-Zahl: mechanisch, im G[e]g[en]satz gg.
die 2er u. 3er S. 130
i
Zusatz am oberen Blattrand.
Kap. III.
Über- u. Unterordnung.
Absoluter Zwang wäre nicht mehr „soziologisch“, da keine
Wechselwirkung
(Begriffsspielerei?)
[540]
„Autorität“ – entwederpersönlich}
oder d[urch] Satzung}fundiert.
(Tradition pp.)}
Prestige“: dabei fehlt die Identität der Persönlichkeit mit der
objektiven Kraft der Norm. Sie wächst über die Durchschnitt-
lichkeit v[on] ihresgleichen heraus, nach der persönl[ichen]
Seite S. 137
falscher Sprachgebrauch(Dag[e]g[en] schützt nicht die Anm.
auf S. 138)
(Der gefühlte Begriff soll doch „ent-
wickelt“ werden).
Kleinigkeiten: jus agendi cum populo nicht = Recht, zum Volke
zu reden. S. 141
j
[540] Zusatz links neben dem Text.
5
[540] Vgl. die Marginalie Max Webers im Handexemplar Simmel, Soziologie, S. 141: „? jus agendi c. pop. (nicht: reden, sondern: = verhandeln)“.
„Vereinheitlichung“ d[urch] Beziehung zu gemeinsamem Herrn,
auch wo dieser zugleich Gegner ist S. 144
Richtig, könnte aber einfacher gesagt werden.
(S. 145 unten: Trivialität.)
[(]Cf. S. 146 oben meine Bemerkung.
6
Vgl. die Marginalie Max Webers im Handexemplar Simmel, Soziologie, S. 146: „zuweilen richtig (wo aus Auflehnung [??])“.
Türkei u. Sekten ein
Beispiel.)
TrivialitätenS. 147/8über „höhere Instanz“
werden so empfunden, weil S[immel] immer nur Aussagen
giebt, nicht systematisch verfahren will.
k
Zusatz links neben dem Text.
1) Tendenzen des Despotismus z[ur] Nivellierung. Im Ganzen
richtig.
Einzelbeispiele falsch (S. 150: Rom)
[541]Idealtypus S. 150/1
Einzelherrschaft sei (S. 152) dad[urch] möglich, daß der Herrscher
〈nur ein〉 seine ganze Persönlichkeit
1)
[541][[A (2)v]] falsch!
, die Unterthanen nur einen
Teil in das Verh[ältnis] hineingeben.
Herrscherpolitik= herauszupräparieren, was man
beherrschen kann u. was frei gelassen
werden muß.
Herrschaft bleibt um so leichter bestehen, je kleiner der
beherrschte Teil der Persönlichkeit ist.
S. 153
Was heißt hier: „je geringer das ist wandelbar[,] je nach Werth-
urteilen der Unterthanen, je nach Tradition etc. Die Inhalte
entscheiden.
l
[541] Zusatz links neben dem Text.
Falsch über Griechenland S. 153 unten
Falsche Beispiele f[ür] den Satz, daß: je mehr der Einzelne
beherrscht, desto weniger beherrscht er von Jedem. S. 154
Falsch der Grund für die größere Leichtigkeit der Beherrschung
großer Gebiete u. Kreise g[e]g[en]über kleinen S. 155
Natürlich liegt e[in] Teil v[on] Wahrheit darin: die tägliche
Berührung mit dem Despoten ist unerträglich.
m
Zusatz links neben dem Text.
(der wahre Grund liegt nicht in der Herabsetzung des „Gemein-
samen“ d[urch] Vermehrung der Individuen, sondern 〈da〉 in der
steigenden Schwierigkeit, der zentralistischen Organisation v[on]
unten her eine gleich starke entgegenzusetzen: Beherrschung des
Telegraphen d[urch] den Staat pp)
[542]
2) Tendenzen der Herrschaft zur Pyramide.
Zuweilen absichtlich v[om] Despoten gewählt zur Consolidierung
seiner Stellung[.]
Möglichst viele haben noch Jemand unter sich u. sind so Interes-
senten der Stellung des Obersten S. 158.
Röm[isches] Kaisertum pp.
Aber es fehlt die Analyse: wann denn dies zweckmäßig ist. Es
fehlt z. B. die Analyse der russischen 〈Ran〉 Adelsrangverhält-
nisse pp.
n
[542] Zusatz links neben dem Text.
Mäßig die Bemerkungen über „Feudalismus“ S. 163
Frage: ob man sich einem Genossen oder Ungenossen leichter
unterordnet?
Dabei S. 166 die Scheidung rationaler u. irrationaler Gründe
durchgeführt!
S. 168 unten unzutreffend generalisiert: eine tief stehende Gruppe
habe Ungenossen lieber als Herrscher. Nur sehr bedingt richtig.
o
Textpassage am unteren linken Blattrand.
[A 3r]S. 172. Übergeordnete 〈Mehr〉 Mehrheit.
Schicksal der Unterworfenen dabei
Hier geht mehrerlei durcheinander: „e[inem] größeren Kreise
angehören“ |:(S. 173 oben):| heißt doch nicht: einer Mehrheit
untergeordnet sein
Ferner: Die Inhalte, nicht die Form entscheidet. Das[elbst] s[iehe]
m[eine] Bemerkung
(Provinzwirtschaft der „Aristokratie“ |:in Rom:| g[e]g[en]über
der kaiserl[ichen] Verwaltung)
Amtswucher- u. Geldaristokratie
Grund der verschiedenen Wirkung der Mehrzahl-Herrschaft: ihre
Objektivität
2)
[542][[A 3r]] diese bei der Bureaukratie genau so!
[543]
Ausschaltung gewisser Gefühle, „Sachlichkeit“ statt „Mensch-
lichkeit“. Geringere Gewissenhaftigkeit, geringeres Verantwor-
tungsgefühl (Besonders wo Collektivitäten über Collektivitäten
herrschen
England – Irland, Indien)
Dies alles hätte eben nicht als Fall der „Herrschaft“ behandelt
werden sollen, sondern als Anwendungsfall 〈der Un〉 der
Collektivindividualität überhaupt (Freilich: alle Coll[ektiv]-In-
d[ividualität] ist = Herrschaft des Menschen über den Men-
schen.[)]
p
[543] Zusatz links neben dem Text.
Verwaltung durch Amerikan[ische] Städte = Corporationen
Mayor.
Andrerseits: die „Menge“, d. h. die sich „sinnlich“ berührenden
Menschenmassen, handeln sinnloser, unsachlicher, sowohl
grausamer wie heroischer, je nachdem. S. 176/7
Folge des Wirksamwerdens sonst, vom Einzelnen, unterdrückter
Instinkte u. Suggestionen, u. der Verantwortungslosigkeit.
(Es kann das eine: die Sachlichkeit der Corporation,
– in die Unsachlichkeit der Masse umschlagen.[)]
Bes. Fälle: 1) Der Beherrschte als III
q
Lies: tertium
gaudens g[e]g[en]über
dem Wechsel der |:(einander gleichgestellten):| Herr-
scher.
(Polytheismus lockert die Abhängigkeit S. 180[)]
Das Beharren eines Faktors g[e]g[en]über dem
Wechsel giebt ihm Macht
(Staat, Kirche pp. – Kindbettfieber im Mittelalter u.
Häufigkeit des Ehefrauenwechsels〈)〉 schafft Erhö-
hung der Mannesstellung. [)]
S. 182
sehr fraglich
r
Zusatz links neben dem Text.
[544]
Das gehört nicht hierher eigentlich[.] S[immel]’s Ansicht, er
habe die anscheinend inhaltlich bedingten Unterschiede des
Schicksals der Unterworfenen in formal bedingte aufgelöst
– S. 182 – ist nicht richtig
(genaue Analyse des Vorangehenden nötig!)
s
[544] Zusatz links neben dem Absatzanfang Das Beharren […] (oben, S. 543, Z. 24) eingefügt.
2) Hierarchie der Überordnung: |:(u. Umst[ellung]
auch da: ΙΙI
t
Lies: tertium
gaudens des Untergeordneten, wenn er
noch Rekurs an den Höchsten hat):| „Schutz des
Schwachen“ im Orient
Excurs. S. 186–197
In den Erörterungen über die Majorisierung vielfach: Classifika-
tion nach dem „Sinn“, statt nach den Ursachen. Der „Sinn“ ist
hier
u
In A doppelte Unterstreichung.
|:nicht: immer:| aber thatsächlich oft ein ex post Exponent
realer
a
Alternative Lesung: vieler
Ursachen.
〈Russi〉 U[nter] Umst[änden] auch: umgekehrt: Russ[ischer] Mir.
S. 197. III. Formtyp (nächst Einherrschaft u. Mehrheitsherrschaft):
Unterordnung unter Gesetze
Hier gleich Anfangs bedenkliche Vermischung von Mehrerlei:
Häusl[iche] – c/a
|:gewerbliche:| Erwerbsarbeit (span[ische] Adlige – modernes
amerik[anisches] Mädchen)
Das hat mit |:Unterordnung unter:| Gesetze nichts zu thun,
resp. nur in sofern, als Unpersönlichkeit vorliegt.
Hier hätte S[immel] Tönnies berücksichtigen sollen.
b
Zusatz links neben dem Text.
Schiefes (Althusius, falsch gedeutet S. 198) neben Gutem (Pla-
ton – S. 198 unten 199 oben)
[545][A (3)v]Unterordnung unter die Objektivität einer Norm, die s[ich] als
Verdichtung e[iner] sozialen Macht „deuten“ läßt (also: Züchtung
der Norm am Individuum) S. 200
Sehr gute, wennschon nicht durchweg unbedenkliche Ausfüh-
rungen
S. 203 Scheidung der „Allgemeinheit“ der Gruppe g[e]g[en]über
der abstrakten „Allgemeinheit“
Hätte längst früher gemacht werden sollen.
c
[545] Zusatz links neben dem Text.
Schlechtes Beispiel: prix fixe; S. 204.
Entstehung der Gerechtigkeits-Idee aus sozialem Bedürfnis
S. 206.
Unterordnung des Herrn selbst1) unter das Gesetz
2) unter ein objektives Prinzip
(der Wirtschaftlichkeit)
S. 209.
Es giebt Unterordnungen ohne reale Überordnung (U[nterord-
nung] unter ein „Prinzip“)
ebenso Überordnungs-Rudimente ohne reale Unterschicht
(Spanier, |:Spät-:| Griechen)
S. 218 Freiheit als G[e]g[en]satz gg Unterordnung
Fast immer Streben darnach = Streben nach Überordnung.
oder Teilhaben an der Stellung andrer Übergeordneter
Die 〈Ste〉 Zeichnung der 〈Ste〉 Stellung des Proletariats ist schief
S. 219 unten
(der 〈Qu〉 Haß richtet s[ich] gg. Meister u. Unternehmer, weil
diese direkt die Schurigler
d
A: Schuriegler
sind〈)〉, das Alltagsschicksal bestim-
men〈)〉, – nicht, weil sie „bourgeois“ sein wollten. Sie wollen
Kleinbürger sein.[)]
[546]Unkenntnis der sozialen Kämpfe.
Zu einfache Denkweise
e
[546] Zusatz links neben dem Text.
Grund immer:
a) Ausschaltung der Inhalte
b) ” ” des Rationalen
f
Weiterer Zusatz, links neben Passage e–e.
Privilegien Einzelner als Mittel der |:Erhaltung e[ines] gewissen
Maßes v[on]:| Freiheit Aller S. 220
(cf. akademische Zustände)
Relativität des Freiheitsbegriffes überhaupt S. 222
Werth-Urteile beigemischt: Selbstverwaltung als „Segen“ etc.
S. 223
Differenzierung innerhalb aufsteigender Klassen.
Dabei schlecht: was über das Proletariat gesagt ist S. 225
(natürlich mit Richtigem vermischt)
Alle Freiheit hat Herrschaft als Kehrseite. S. 226
〈Kultur〉 Über Sozialismus S. 226/7 Manches Falsche.
Zugleich Entwicklung einer
g
A: eines
eigenen 〈Werthsystems〉 Zukunfts-
musik: S. 227 unten
228 229 (Alles sehr fragliche Möglichkeiten!)
(Über Militärdienst, Demokratie pp.)
Ganz Richtiges über die Demokratie p. 230 unten 231 oben
(Herrschaft der Unsachverständigen[)]
[547]Allgemeines Problem der Herrschaft: S. 224
7
[547] Weber bezieht sich hier auf Simmel, Soziologie, S. 234 (nicht 224).
1)Form der objektiven Organisation}
der Gesellschaft}Hier Problem des
2)Ausdruck qualitativer Unterschiede}Verhältnisses beider.
der Menschen}
S. 236. Arbeitsteilung objektiviert u. bedeutet Überordnung der
Stellung statt des „Menschen“.
Parteiwesen
8
In Simmel, Soziologie, S. 238 heißt es: „Parteiwahl“ (nicht: Parteiwesen).
u. Demokratie – falsch S. 238/9
Werth der Herrschaft an sich, gleichviel ob gut ob schlecht, von
gewissen Standpunkten aus S. 240–42
Alle Psychologie sei immer notwendig symbolisch S. 242
S[immel]’s Psychologie!!
h
[547] Zusatz am unteren Blattrand links.
[A (4)r]Die Kreuzung sozialer Kreise S. 403 f.
Zweckvolle, rationale, gewollte Gruppenbildung statt der schick-
salsmäßigen
Spartan[ische] Syssitien, Männerbünde[,] |:Berufsverbände pp.,
Einungen,:| überhaupt statt der Familie u. des Dorfs.
Freie Wahl der Zugehörigkeit oft |:(nicht immer):| damit iden-
tisch.
Hübsche Bemerkungen über die Bildung der intellektuellen
Gemeinschaft
(Humanismus, Bildungs-Gruppe S. 410)
(Übrigens: im Altertum ähnlich)
Je mehr Kreisen einer angehört, je freier ist er, je differenzierter
ist sein Seelenleben.
[548]– Einzigartig: kath[olisches] Priestertum im M[ittel-]A[lter]. Der
Priester stammt aus allen
Kreisen, aber gehört keinem an. Coelibat als Mittel p. 415/6
Bemerkungen gut, aber nicht sehr vollständig.
(Falsche Reste aus K[arl] W[ilhelm] Nitzsch
9
[548] Bezug ist: Nitzsch, Karl Wilhelm, Ministerialität und Bürgertum im 11. und 12. Jahrhundert. Ein Beitrag zur deutschen Städtegeschichte. – Leipzig: B. G. Teubner 1859.
S. 418) Sonst
sehr gut das Verh[ältnis] zwischen den mehreren möglichen
Kreisen dargestellt.
Zweckverband, als die sachlichste Kategorie, |:modern:| – con-
zentrische Kreise des
Mittelalters als Mittel, ähnliche
Zwecke auf anderem Wege zu errei-
chen
recht gut.
S. 419/420
i
[548] Zusatz links neben dem Text.
Unendliche Möglichkeiten der Wirkung s[ich] kreuzender
Kreise:
Ritterstand (gut!) S. 422
Allg[emeine] Wehrpflicht: U[nter-]Off[izier] kommandiert
den Höchststehenden
Cromwell’s Heer: Corporal predigt dem Mayor.
Solidarität der Kaufleute nach außen bei erbitterter Concur-
renz.
Entscheidend f[ür] das Individuum u. s[eine] Stellung: welches
Maßverhältnis zw. Bedürfnis nach Solidarität u. nach Concurrenz
besteht.
Interessante, aber fragliche Beobachtung S. 424 u. 425 oben
(der Unterschied hat im bürgerl[ichen] Lebensstil seinen
Grund, – Inhalte, nicht Formalien entscheiden.)
[549]Aus Individuen entsteht die Gesellschaft, aus 〈Gese〉 Vergesell-
schaftungen das
Individuum
S. 429 (als Schnittpunkt sozialer Kreise, weil es sich nur so
„ausleben“ kann).
Gut über Standesehre – aber sehr kurz! S. 430/1
Hauptmittel sozialer Differenzierung.
Verschiedenstes Sich-Kreuzen1) der Amts-Competenzen
S. 434
2) der Arbeitsteilung u. des
Detailhandels – Combination
Abstrakte Neubildungen:dieLohnarbeiter – Proletarier als
„Arbeiter überhaupt“ –
S. 437 unten
Querlinie durch alle Differen-
zierung
die„Kaufleute“
die „Frau“ S. 442 Herausglie-
derung des superordinierten
Kreises g[e]g[en]über dem
individuelleren.
Nur die Inhalte entscheiden auch hier
Rein klassifikatorisch ist der „bloße“ „soziologische“
Gesichtspunkt.
k
[549] Zusatz links neben dem Text.
Folgen der geringeren Arbeitsteilung |:der Berufe im M[ittel-]
A[lter]:| auf die Intensität der Inanspruchnahme d[urch] den
Beruf. Spezialisiertheit drängt nach Abstraktheit u.s.w.
S. 446. Gut bes. S. 448.
Gut
m
Doppelte Unterstreichung in A.
, nicht ganz vollständig.
l
Zusatz links neben der Textpassage.
[550]S. 450. Sieg sachlich-rationaler Prinzipien über schematische =
Fortschritt der Cultur
(soll heißen: der „Zivilisation“)
Dabei der Unsinn: Haftung der Familie rationell, wenn man
Vererbung bedenke! S.450.
Zweckverband = Mechanismus S. 451 (nicht ausdrücklich gesagt)
Tönnies
n
[550] Zusatz links neben dem Text.
Falsch: daß dies Mechanische der inneren Einheit diene[.]
Werthurteil. S.453.
o
Weiterer Zusatz, links neben Tönnies.
[A (4)v]Exkurs: S. 473 ff.
Negativität kollektiver Verhaltungsweisen
Je größer e[ine] Gemeinschaft, um so mehr beruht ihr Zus[am-
men]hang auf negativen Normen.
Diese überhaupt leichter zu verallgemeinern, das Negative ist
leichter gemeinschaftlich, gem[einsames] Resultat divergierender
Tendenzen.
So: Nihilismus – (NB! Dabei nur teilw[eise] die Inhalte entschei-
dend: Volksseelenglaube Bakunin’s, Romantik pp. Trotzdem
Vieles richtig!)
S. 474 unten: E[ine] geringere Zahl v[on] Normen genügt, um
e[inen] großen Kreis zusammenzuhalten.
Dies falsch formuliert: umgekehrte Causalität: die Zahl der
Normen darf nicht zu groß sein, wenn sie e[inem] großen Kreis
gemeinsam sein will.
Vieles aus Bryce.
[551]Sehr gut über Sinn der Höflichkeits-Normen.
Beweisen positiv nichts |:(keine „Achtung“):|. Aber ihr Fehlen
beweist Fehlen der Achtung.
[A (5)]Simmel
S. 3 Falscher |:(Beispiel der heterogenen Analogien bei Simmel):|
Parallelismus von 〈Me〉 soziolog[ischer] „Methode“ (d. h. Erkennt-
nis der sozialen Bedingtheit) mit „Induktion“, die beide keine
„Wissenschaften“ seien.
(letztere kann es nicht sein, erstere kann Objekte aussondern)
Zu 〈S.〉 S. 9.
E[ine] Wissenschaft, welche s[ich] mit den Inhalten der Vergesell-
schaftung abgeben wollte, würde nichts (!) als e[ine] Zusammen-
fassung der Einzelwissenschaften sein.
Unrichtig
Die Einzelwissensch[aften] erschöpfen den Umkreis des Gesell-
schaftlichen nicht!
p
[551] Zusatz links neben dem Text.
Daß der „Inhalt“ oft 〈über〉 |:oder immer (sic) über:| die Form
entscheide, sei irrelevant S. 10
S. 13 über histor[ische] u. nomothet[ische] Wiss[enschaft] – ganz
schief.
S. 14. Die annähernde Gleichheit genügt z[ur] Abstraktion
(unrichtig. Nur dann, wenn das annähernd Gleiche auch annä-
hernd gleiche Folgen hat. cf. Duhem)
Fall einer Unmöglichkeit der Herauslösung des Soziologischen:
M[ittel]a[lterlicher] Zunftmeister bei Beginn der Neuzeit S. 13
bedenklich
q
Zusatz links neben dem Text.
[552]
S. 18 ff.: Das unzählige unendlich variierte u. kleine, nicht in die
großen (– nach Spann –)
„Objektivationssysteme“ übergehende
r
[552] Alternative Lesung: eingehende
Geschehen sozialer Art
ist vielleicht das Wichtigste, das „mikroskopische“ Constituens
der Gesellschaft.
Ist Soziologie Psychologie? S. 21/2
Unsinnige Antwort: auch jedes chemische |:Wahrheits-:|Erkennen
würde eine „vollkommene“ Psychologie []reinrestlos〉 aus
seelischen Bedingungen“ deduzieren.
(eben nicht restlos! – cf.: das Erkennen |:des Universums:| aus
|:der Lage:| 〈einemeines Sandkörnchens[)]
Lauter Törichtes! S. 22
S. 23: vermischt damit die G[e]g[en]sätzlichkeit rationaler u.
„psychologischer]“ Erkenntnis
„Machtverhältnis“ sei ein psychischer Vorgang. S. 23!
„Analogien“ aus der Symbolik S. 24.
Bedenklichkeit der „Analogien“.
s
Zusatz links neben dem Text.
Ausschluß der Sozialphilosophie (1) Erkenntnistheorie u.
2) Metaphysik) von der Soziologie.
Also: empirische Disziplin.