[475]Editorischer Bericht
Zur Entstehung
Mitte des Jahres 1912 hatte der Vorstand des „Verbandes für internationale Verständigung“ beschlossen, seinen „ersten Verbandstag“ im Oktober 1912 in Heidelberg abzuhalten.
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Zu diesem Zwecke konstituierte sich in Heidelberg ein 16 Mitglieder umfassender Ortsausschuß, dem neben dem Oberbürgermeister Karl Wilckens, den Bürgermeistern Ernst Walz und Friedrich Wielandt auch Universitätsprofessoren angehörten, so Hans Driesch, Karl von Duhn, Karl von Lilienthal, Ernst Troeltsch, ferner Alfred und Max Weber.[475] Vgl. dazu die Korrespondenz des Verbandes für internationale Verständigung, 1. Jg., Nr. 2 vom 1. Juli 1912, S. 1.
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Der „Verband für internationale Verständigung“ verfaßte im Juli 1912 ein erstes Einladungsschreiben zu dieser Tagung (Text 1), das sowohl von den Mitgliedern des Heidelberger Ortsausschusses als auch vom „Centralvorstand“ unterzeichnet war. Vgl. dazu: Die Friedenswarte für zwischenstaatliche Organisation, hg. von Alfred H. Fried, 14. Jg., 1912, S. 311 f.
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Ihm beigefügt war ein „vorläufiges Programm“. Danach sollten an drei Tagen – vom 5. bis 7. Oktober – neben Vorstands-, Kommissions- und Ausschußsitzungen eine ordentliche Mitgliederversammlung sowie zahlreiche Vorträge stattfinden. Daneben war ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm mit Begrüßungsabend, gemeinsamen Mahlzeiten, Spaziergängen und einer Schlußzusammenkunft geplant. Ein Exemplar dieses Einladungsschreibens befindet sich im BA Koblenz, Nl. Hans Wehberg, Nr. 67.
Im September 1912 wiederholte der „Verband“ mit dem im folgenden als Text 2 abgedruckten Schreiben seine Einladung.
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Auch dieses war von den Mitgliedern des Heidelberger Ortsausschusses und des „Centralvorstands“ unterzeichnet. Ihm war nunmehr „die definitive Tagesordnung unseres ersten Verbandstages“ beigegeben, die sich freilich von dem „vorläufigen Programm“ nur geringfügig unterschied. Ebd.
[476]Laut einer gedruckten Teilnehmerliste hatten sich schließlich rund 250 Personen zu der Veranstaltung in Heidelberg angemeldet, unter diesen auch Max Weber.
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Wie sich aus Zeitungsberichten entnehmen läßt, verlief der Verbandstag selbst recht erfolgreich.[476] Ein Exemplar dieser Liste befindet sich ebd.
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Die Friedenswarte etwa bezeichnete ihn als „ein Ereignis von hervorragendster Bedeutung für die Entwicklung des Friedensgedankens in Deutschland.“ Der Verband habe damit „alle Hoffnungen erfüllt, die wir […] anläßlich seiner Gründung geäußert haben; ja – wir können es unumwunden sagen – sie sogar übertroffen.“ Vor allem der Tatsache, daß „sich die Träger klangvoller Namen der Wissenschaft und des öffentlichen Lebens hier zusammenfanden, um im Dienste der internationalen Verständigung patriotische Arbeit zu leisten“, wurde besondere Bedeutung beigemessen. Vgl. dazu u. a. Heidelberger Zeitung, Nr. 236 vom 7. Okt. 1912, S. 2 f., sowie Nr. 237 vom 8. Okt. 1912, S. 2. In Abänderung des Programms hatte am 6. Oktober allerdings nicht Philipp Zorn, sondern der Begründer der französischen „Conciliation internationale“ Baron Paul Henri d’Estournelles de Constant über das deutsch-französische Verhältnis gesprochen.
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Die uns überlieferten Berichte geben jedoch keine Auskunft darüber, ob sich Max Weber an den Diskussionen beteiligte. Friedenswarte, 14. Jg., 1912, S. 380–385, hier S. 380.
Zur Überlieferung und Edition
Der Abdruck der Einladungsschreiben vom Juli und vom September 1912 folgt den Fassungen, wie sie uns im BA Koblenz, Nl. Hans Wehberg, Nr. 67, überliefert sind. Beide Einladungsschreiben tragen die Kopfzeile „Verband für internationale Verständigung“ und sind von Max Weber in seiner Eigenschaft als Mitglied des Heidelberger Ortsausschusses des „Verbandes für internationale Verständigung“ mitunterzeichnet. Im folgenden kommen beide Einladungsschreiben ohne die ihnen beigefügten Programme zum Abdruck. Beide Einladungen sind mit A sigliert.