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MWG digital

Die digitale Max Weber-Gesamtausgabe.

[17]Editorischer Bericht
N
Der Editorische Bericht führt auch in den Text „Agriculture and Forestry“ ein und ist in der MWG-Druckfassung nur einmal abgedruckt. Er wird in MWG digital aus technischen Gründen dupliziert.

Zur Entstehung

Max Webers Artikel „Agriculture and Forestry“ und „Industries“ erschienen in The Americana, einer Enzyklopädie, adressiert an die amerikanische Mittelklasse, die seit 1902 in mehreren Ausgaben erschien. Wie in der Einleitung ausführlich dargelegt, änderten die Herausgeber für die Ausgabe von 1907/08 den Titel und ihre Editionsstrategie insofern, als sie nun auch größeres Gewicht auf eine differenzierte Darstellung der Entwicklung von Ländern außerhalb des amerikanischen Kontinents legten, durch die Hinzufügung von sogenannten „foreign departments“. Dadurch änderte sich allerdings der Gesamtumfang der Enzyklopädie nicht.
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[17] Douglas, Americana (wie oben, S. 8, Anm. 12), S. 20, wo es heißt: „The number and size of volumes is the same in each edition and the total pagination of each letter is approximately the same.“
Überhaupt ergab ein Vergleich der ersten Ausgaben „too much change to permit of calling the latter two reprints of the first and too little for them to be classified as entirely new editions“.
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Ebd.
Es wurden also nicht nur neue Artikel hinzugefügt, sondern auch zuvor vorhandene herausgenommen, „but it was so managed as to require few new plates“,
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Ebd. Douglas verglich für ihre Analyse die Ausgaben von 1903/04, 1905/06 und 1907/08, wobei sie die Änderung des Titels – von The Encyclopedia Americana zu The Americana – mit der zweiten Ausgabe von 1905/06 verbindet. Wie in der Einleitung ausgeführt, ist es wegen des mangelnden Zugangs zu den verschiedenen Ausgaben schwierig, die Einteilung von Douglas nachzuvollziehen. Sie sagt auch schon von der zweiten Ausgabe, sie enthalte ein „fuller treatment of foreign nations to correspond with that of Great Britain in the first edition“ (ebd.). Aber die entscheidende Erweiterung in dieser Hinsicht bringt erst die Ausgabe von 1907/08.
was wohl der entscheidende Grund für den Verzicht auf die Paginierung der Artikel war.
Vermutlich 1904 hatte man Hugo Münsterberg das „Department of German History and Development“ übertragen. Wie bei allen „department editors“ bestand seine Aufgabe darin, „to outline his subject, listing the articles to be included and the best authorities for each, submitting these to the managing editor. Upon receipt of the manuscripts from the contributors, the department editors were to read them critically and suggest such changes as seemed advisable.“
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Ebd., S. 16.
Münsterberg untergliederte seine [18]Abteilung schließlich in 23 Artikel. Diese Gliederung hatte folgendes Aussehen:
Contents
Department of German History and Development
1. PhysiographyKARL WILHELM GENTHE
(Assistant Professor of Natural History, Trinity College, Hartford)
and MARTHA KRUG GENTHE
(Associate Editor „Bulletin of the American Geographical Society“)
2. Political History to 1871ERNEST F. HENDERSON
(Author of „A Short History of Germany“ etc.)
3. Political History from 1871–1906KARL DETLEV JESSEN
(Professor of German Literature, Bryn Mawr College)
4. History of the German LanguageHANS CARL GUNTHER VON JAGEMANN
(Professor of Germanic Philology, Harvard University)
5. History of German LiteratureJULIUS GOEBEL
(Professor of Germanic Philology and Literature, Leland Stanford Jr. University)
6. History of Science and PhilosophyHUGO MUNSTERBERG
(Professor of Psychology, Harvard University)
7. History of Painting and SculptureNEENA HAMILTON PRINGSHEIM
(Gottingen, Germany)
8. History of German MusicWALTER RAYMOND SPALDING
(Assistant Professor of Music, Harvard University)
9. History of German ReligionEPHRAIM EMERTON
(Wynn Professor of Ecclesiastical History, Harvard University)
10. The GovernmentHUGO PREUSS
(Docent of Constitutional and Administrative Law, Berlin University)
11. The Political PartiesTHEODORE BARTH
(Editor of the „Berlin Nation“)
[19]12. The JudiciaryHUGO PREUSS
(Docent of Constitutional and Administrative Law, Berlin University)
13. The SchoolsLEOPOLD BAHLSEN
(Principal of the Realgymnasium at Stralsund)
14. The University SystemHUGO MUNSTERBERG
(Professor of Psychology, Harvard University)
15. The German ArmyJ. T. DICKMAN
(Captain, General Staff, U.S.A.)
16. The German NavyJ. T. DICKMAN
(Captain, General Staff, U.S.A.)
17. Agriculture and ForestryMAX WEBER
(Professor of Political Economy, Heidelberg University)
18. IndustriesMAX WEBER
(Professor of Political Economy, Heidelberg University)
19. Commerce and TradeERNST VON HALLE
(Professor of Economics, University of Berlin)
20. Home and Foreign Commercial IntercourseERNST VON HALLE
(Professor of Economics, University of Berlin)
21. Money, Bank and Exchange SystemERNST VON HALLE
(Professor of Economics, University of Berlin)
22. The ColoniesL. SANDER
(Secretary of German Colonial Association, Berlin)
23. The Germans in the United StatesKARL DETLEV JESSEN
(Professor of German Literature, Bryn Mawr College)
Max Weber schrieb die ihm übertragenen beiden Artikel im Jahre 1905. Das läßt sich aus zwei Briefen erschließen, die sich auf diesen Vorgang beziehen. Am 2. Dezember 1905 schreibt Max Weber an Hugo Münsterberg: „Verehrtester Herr College! Eben im Begriff, das gleichzeitig hiermit – eingeschrieben – an Sie abgehende Mscr. der 2 Artikel fortzusenden, erhalte ich mit vielem Dank Ihre beiden Sendungen.“ Und weiter: „Je 3500 Worte sind übrigens nicht je 5, sondern je 15 Druckseiten. Die Artikel werden jetzt je 3000–3600 enthalten, nach reichlichen Streichun[20]gen.“
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[20] Brief Max Webers an Hugo Münsterberg vom 2. Dezember 1905, Boston Public Library, Mss. Acc. 2077, Nl. Hugo Münsterberg (MWG II/4). In der doppelspaltigen Druckweise der Enzyklopädie machen die beiden Artikel übrigens tatsächlich jeweils 5 Seiten aus.
Am 10. Februar 1906 schreibt George Edwin Rines als „managing editor“ an Hugo Münsterberg als „department editor“, er habe inzwischen 14 Artikel für die Abteilung über Deutschland erhalten, darunter Max Webers Artikel „Industries“. Sieben Artikel würden noch erwartet. Unter diesen ist allerdings Max Webers zweiter Artikel, über „Agriculture and Forestry“, nicht aufgeführt.
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Brief von George E. Rines an Hugo Münsterberg vom 10. Februar 1906, Boston Public Library, Mss. Acc. 2077, Nl. Hugo Münsterberg.
Zunächst fällt auf: Der mit Hilfe der beiden Briefe zu erkennende Weg der Manuskripte entspricht dem Verfahren der Enzyklopädie, das oben geschildert wurde: Sie gehen vom Autor an den „department editor“, dann, falls dieser einverstanden ist, weiter an den „managing editor“ oder, falls der „department editor“ nicht einverstanden ist, zur Überarbeitung an den Autor zurück, und die Abfolge beginnt von vorn. Max Weber schickte beide Texte im Dezember 1905 an Hugo Münsterberg, laut Rines ist aber nur einer der beiden im Februar bei ihm angekommen. Was war der Grund? Rines könnte sich versehen haben. Es könnte aber auch sein, daß Münsterberg noch Klärungsbedarf sah, der Text vielleicht sogar noch einmal hin und her ging. Wie der Brief an Münsterberg vom 2. Dezember nahelegt, dürfte es zuvor schon einen Austausch über die Manuskripte gegeben haben: Webers Texte waren zunächst zu lang (Streichungen!). Dies würde übrigens auch erklären, weshalb sich Max Weber im Text „Industries“ auf 1895 als „11 years ago“ beziehen konnte.
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Industries, S. 48. Weber bezieht sich dabei auf die Berufs- und Gewerbestatistik von 1895, die 1905/06 noch immer die einzige Quelle dieser Art war. Sie wurde erst im Jahre 1907 wiederholt. Diese neuen Daten verarbeitete Weber für seine Artikel nicht mehr.
Wie auch immer: Es spricht jedenfalls sehr vieles dafür, daß die Texte 1905 in Heidelberg geschrieben wurden und 1906 in New York für die Aufnahme in die Enzyklopädie vorlagen. Die Frage, die sich anschließt, lautet: Wer hat sie übersetzt?
Daß Max Weber die beiden Artikel auf Englisch schrieb, kann man füglich ausschließen. Dafür beherrschte er die Sprache nicht gut genug. Liest man die englisch geschriebenen Briefe, die Weber während seines Amerikaaufenthalts verfaßte, um Verabredungen zu treffen oder andere Dinge zu regeln, oder seine englisch geschriebenen Briefe, die er in Heidelberg in Sachen des Archivs für Sozialwissenschaft und Sozialpolitik formulierte, so begegnet man einem hölzernen, sehr teutonischen Eng[21]lisch. Weber selber war sich seiner begrenzten Ausdrucksfähigkeit in dieser Sprache voll bewußt. Am Ende seines Amerikaaufenthalts schreibt er an Edwin Seligman, sich für genuß- und lehrreiche Abende bedankend: „Ich werde voraussichtlich im Lauf der nächsten Jahre die V[ereinigten] Staaten noch einmal besuchen, und hoffe dann nicht in dem Maße wie jetzt in der Eile und überdies durch meine ungenügende Beherrschung der englischen Sprache und außerdem durch meine auch hier gelegentlich noch recht fatal fühlbare Krankheit gehemmt zu sein.“
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[21] Brief Max Webers an Edwin R[obert] A[nderson] Seligman vom 19. November 1904, geschrieben in New York, Columbia University Libraries, Spec Ms Coll Seligman (MWG II/4).
Will man die Übersetzungsfrage klären, so ist es nützlich, wiederum auf das Verfahren der Enzyklopädie zu achten. In dem Interview, das Rines Douglas gab, findet sich, bezogen auf die „foreign departments“, folgende bemerkenswerte Formulierung: „The editors of the foreign departments outlined their own development (following the American and Canadian outline), secured individual writers and revised and edited the articles of all contributors. These articles were also carefully red and crossreferenced by the American editor. The Japanese articles were translated in Japan and carefully read by Dr. Ladd while there“.
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Douglas, Americana (wie oben, S. 8, Anm. 12), S. 77.
Dies legt es nahe, daß der japanische Fall die Ausnahme und nicht die Regel darstellte. Daß die nicht auf Englisch geschriebenen Artikel in den USA übersetzt wurden, dafür spricht auch das Titelblatt der Enzyklopädie, das oben zitiert wurde. Dort sind Rines und Dole jeweils ausdrücklich auch als „translator“ aufgeführt.
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Es ist aus meiner Sicht unwahrscheinlich, daß Else Jaffé bei den beiden Artikeln als Übersetzerin fungierte. Sie übersetzte zwar für das Archiv für Sozialwissenschaft und Sozialpolitik aus dem Englischen ins Deutsche, doch wer aus dem Englischen ins Deutsche übersetzen kann, muß deshalb nicht auch aus dem Deutschen ins Englische übersetzen können, jedenfalls nicht auf dem sprachlichen Niveau, das die beiden Artikel aufweisen.
Man kann also mit guten Gründen davon ausgehen, daß die Artikel in den USA übersetzt wurden. Die Druckfahnen aber müßten Max Weber noch 1906 zur Korrektur zugeschickt worden sein. Auch hier gibt das Verfahren bei den „foreign departments“ einen wichtigen Hinweis. Douglas stellt fest: „Galley proofs of all articles were sent to their authors for reading and whatever further revision they thought essential.“
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Ebd., S. 78.
Max Weber dürfte von diesem ,Recht‘ Gebrauch gemacht haben. Denn im Fall seines Vortrags in St. Louis, der definitiv in den USA übersetzt wurde, bestand er gegenüber Hugo Münsterberg darauf, die englische Fassung noch korri[22]gieren zu können: „Die Correktur des Congreß-Vortrags hoffe ich also bestimmt zu erhalten“, heißt es in dem oben zitierten Brief.
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[22] Brief Max Webers an Hugo Münsterberg vom 2. Dezember 1905, Boston Public Library, Mss. Acc. 2077, Nl. Hugo Münsterberg (MWG II/4). Daß Webers Bitte in diesem Fall erfüllt wurde, kann man füglich bezweifeln. Es ist sehr unwahrscheinlich, daß ihm die Übersetzung vor Veröffentlichung im Kongreßbericht tatsächlich zur Korrektur vorgelegen hat.
Das Englisch ist denn auch exzellent, weit besser als das des St. Louis-Vortrags, natürlich im Stil der Zeit, als man manche Begriffe noch anders als heute benutzte. So wurde zum Beispiel „Kartell“ mit „trade union“, „Gewerkschaft“ mit „labor union“ wiedergegeben. Manche englischen Begriffe treffen den deutschen Wortsinn nicht genau. Dies gilt zum Beispiel für „Fideikommiß“ als „enfeoffment“. Wo der Übersetzer englische Hilfskonstruktionen benutzen mußte, setzte er teilweise die deutschen Begriffe in Klammern. In anderen Fällen wiederum versuchte er eine Annäherung, die für amerikanische Ohren „awkward“ klingen muß: so z. B. wenn Hackfrüchte als „chopped crops“, Viehbetriebe als „stock-farms“ oder Handwerk als „hand-industries“ wiedergegeben werden. Ob Hugo Münsterberg an der Übersetzung beteiligt war, ließ sich nicht ermitteln. Es ist aber wahrscheinlich, daß er als „department editor“ die Übersetzung zumindest gegenlas.
Bei den statistischen Daten, die Max Weber vor allem der Berufs- und Gewerbestatistik von 1895 und dem jährlich erschienenen Statistischen Jahrbuch für das Deutsche Reich entnahm, kam ihm für den USA-Vergleich zugute, daß letzterem seit 1903 ein Anhang beigefügt war, in dem man versuchte, „eine Reihe von statistischen Nachweisen international darzustellen.“
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Statistisches Jahrbuch für das Deutsche Reich, Jg. 24, 1903, S. III.
Bei der Übersetzung wurden die deutschen Maße weitgehend belassen, nur alle Reichsmarkbeträge in Dollarbeträge konvertiert (Wechselkurs: 1 : 4,2). Wieweit die Daten stimmen – Max Weber unterliefen in seinen agrarstatistischen Studien viele Übertragungs- und Rechenfehler –, konnte hier nicht geprüft werden. Deshalb wurde auch auf einen Einzelnachweis verzichtet. Die Enzyklopädie beschäftigte übrigens auch einen „expert statistician“. Er dürfte die Umrechnungen vorgenommen haben, nicht Max Weber selbst.
Schließlich noch ein Wort zu den Literaturangaben, die sich am Ende der Artikel finden. Sie sind nicht nur teilweise fehlerhaft, sondern auch ungewöhnlich insofern, als sie nicht Webers üblichen Referenzen bei diesen Themen entsprechen. Man vergleiche beim ersten Artikel etwa die Literatur, die Weber in seiner 1904 erschienenen Studie „Agrarstatistische und sozialpolitische Betrachtungen zur Fideikommißfrage in Preu[23]ßen“ verwendete.
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[23] Dazu Weber, Fideikommißfrage, MWG I/8, S. 92 ff.
Ob die ausgewählten Titel, auf die der Leser zur weiteren Beschäftigung mit der Materie verwiesen wird, von ihm oder von den Herausgebern der Enzyklopädie stammen, ist eine offene Frage. Insbesondere die beiden auf Französisch geschriebenen Werke von Georges Blondel, das eine 1897, das andere 1898 in erster und 1900 bereits in dritter Auflage erschienen, wurden von Weber sonst nicht zitiert.
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Es handelt sich um Blondel, Georges u. a., Études sur les populations rurales de l’Allemagne et la crise agraire. – Paris: Larose 1897, und Blondel, Georges, L’essor industriel & commercial du Peuple Allemand, troisième édition. – Paris: Larose 1900. Diese aus einer Konferenz entstandene Publikation war 1898 in erster Auflage erschienen und hatte schnell eine zweite und dritte Auflage erlebt. Beide Werke reflektieren eine französische Sicht auf Deutschland, sind an ein französisches Publikum adressiert.
Das Statistische Jahrbuch für das Deutsche Reich, nicht: „des Deutschen Reiches“, jährlich vom Kaiserlichen Statistischen Amt herausgegeben, enthielt seit 1903 den oben erwähnten Anhang „Internationale Übersichten“, die Max Weber offensichtlich benutzte. Zu den regelmäßig erfaßten Daten des Jahrbuchs über Deutschland gehörten allerdings nicht die Berufs- und Gewerbezählungen. 1906 lagen diese Zählungen, die zuletzt 1895 erfolgt waren, tatsächlich, wie Weber sagt, 11 Jahre zurück. Die nächste Zählung wurde 1907 durchgeführt, deren Ergebnisse Weber aber nicht mehr benutzte. Auch dies spricht dafür, daß die Texte tatsächlich 1905 verfaßt, 1906 übersetzt und druckfertig gemacht wurden.
Die 1905 geschriebenen und 1906 übersetzten Texte sind in der Ausgabe der Americana von 1907/08 erschienen. In den folgenden Ausgaben wurden sie unverändert nachgedruckt. Über den vermutlichen Zeitpunkt der ersten Veröffentlichung gibt es wiederum ein interessantes Zeugnis. Mit Datum vom 21. Mai 1908 schreibt George Edwin Rines an Hugo Münsterberg: „On Monday or Tuesday of next week I will send to you by express, the volume on GERMANY to go to the Emperor, two volumes for the Secretary of State, and a few volumes for your own use. I send the volumes to you thinking you will probably wish to see the volume that goes to the Emperor, and l will ask you to properly address the package to the Secretary of State and see that it is shipped and forward us the bill of expense. You also kindly offered to write a letter to the Secretary of State so that he will understand concerning the book.“
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Brief von George Edwin Rines an Hugo Münsterberg vom 21. Mai 1908, Boston Public Library, Mss. Acc. 2077, Nl. Hugo Münsterberg.
Es handelte sich offensichtlich um eine Sonderausgabe – als separates Buch – in kleiner Auflage. Diese dürfte erst nach Erscheinen des Bandes 7 der Ausgabe, in dem die deutsche Abteilung untergebracht war, gedruckt worden sein. Dies könnte bedeuten: Max Webers Artikel sind spätestens im Frühjahr 1908, möglicherweise aber schon 1907 erschienen. So ergibt sich diese [24]Abfolge: geschrieben 1905, übersetzt und korrigiert 1906, erschienen 1907/08.

Zur Überlieferung und Edition

Ein Manuskript ist nicht überliefert. Die Edition folgt der Druckwiedergabe der Artikel „Agriculture and Forestry“ und „Industries“, in: The Americana. A Universal Reference Library, edited by Frederick Converse Beach, editor-in-chief, and George Edwin Rines, managing editor, vol. 7. – New York: Scientific American Compiling Dep’t 1907, S. [1–11] (A). Beide Artikel erschienen im „Department of German History and Development“ des Volume 7, als Nr. 17 bzw. Nr. 18 der insgesamt 23 Artikel. Sie sind mit folgendem Zusatz gekennzeichnet: Nr. 17 mit „Max Weber, Professor of Political Economy, Heidelberg University“, Nr. 18 mit „Max Weber, Professor of Political Economy, Heidelberg.“ Die Artikel wurden in den folgenden Ausgaben von The Americana unverändert nachgedruckt.
Die Edition gibt die Titel der Artikel in der Enzyklopädie wieder. Sie stammen vermutlich nicht von Max Weber, sondern von dem Herausgeber des „department“, von Hugo Münsterberg. Die Seiten der Enzyklopädie sind zweispaltig bedruckt und ohne Paginierung. Sie wurden für diese Edition als Seite 1 bis 11 durchgezählt. Die Seiten- und Spaltenwechsel sind in den Texten durch einen senkrechten Strich und am Seitenrand durch den Hinweis A 00 l[inke] oder r[echte Spalte] markiert. Die Seitenangaben sind in runde Klammern gesetzt, da die Paginierung nachträglich hinzugefügt ist.
Die Artikel wurden mit größter Wahrscheinlichkeit von Max Weber auf Deutsch geschrieben und in den USA ins Englische übersetzt. Vermutlich erhielt Max Weber die englische Übersetzung zur Korrektur. Der Übersetzer – oder Max Weber bei der Korrektur? – bemühte sich, für deutsche Spezialbegriffe möglichst wortnahe englische Entsprechungen zu finden. Wo die Wortwahl zu Mißverständnissen führen könnte, ist das vermutlich gemeinte deutsche Wort im textkritischen Apparat aufgeführt. Nur an wenigen Stellen wurden offensichtliche Druckfehler korrigiert oder wurde in den Text eingegriffen.
Auf eine Sachkommentierung wurde zugunsten eines Glossars verzichtet. Die jeweils am Ende der Artikel angeführte Literatur wurde mit vollständigen bibliographischen Angaben in alphabetische Reihenfolge gebracht.