Die protestantische Ethik und der „Geist“ des Kapitalismus. II. Die Berufsidee des asketischen Protestantismus. 1905
(in: MWG I/9, hg. von Wolfgang Schluchter in Zusammenarbeit mit Ursula Bube)
Bände

[222]Editorischer Bericht

I. Zur Entstehung

Der zweite Aufsatz von Max Webers Studie „Die protestantische Ethik und der ,Geist‘ des Kapitalismus“,1[222]Zum ersten Aufsatz vgl. Weber, Protestantische Ethik I, oben, S. 123–215. überschrieben „II. Die Berufsidee des asketischen Protestantismus“, erschien im Juniheft 1905 des „Archivs für Sozialwissenschaft und Sozialpolitik“. Es ist nicht sehr wahrscheinlich, daß Weber bereits vor seiner Reise in die Vereinigten Staaten, die von Mitte August bis Ende November 1904 dauerte, mit der Niederschrift des Textes begann.2 Vgl. auch den Editorischen Bericht zu Weber, Protestantische Ethik I, oben, S. 102 f. Auch dürfte er während der Reise nicht zur Arbeit daran gekommen sein. Dies ließ schon das dichte Reiseprogramm kaum zu.3 Dazu detailliert: Scaff, Max Weber in America (wie oben, S. 57, Anm. 24). Zudem bewertete er das „,wissenschaftliche‘ Resultat der Reise“ für seine Studie als wenig ergiebig. Auf der Rückreise von den USA schrieb er an die Mutter: „[…] für meine kulturgeschichtliche Arbeit habe ich nicht viel mehr gesehen als: wo die Dinge sind, die ich sehen müßte, insbesondere die Bibliotheken etc., die ich zu benutzen hätte, und die weit über das Land zerstreut in kleinen Sekten-Colleges stecken.“4 Brief Max Webers an Helene Weber und Familie vom 19. Nov. 1904 (in: Brief vom 19. und 26. Nov. 1904, GStA PK, VI. HA, Nl. Max Weber, Nr. 6, Bl. 104–113; MWG II/4). Dieses Wissen und einzelne Reiseerfahrungen nahm er dann in seinen zweiten Aufsatz auf.5 Zu Webers Bibliothekserfahrungen vgl. Weber, Protestantische Ethik II, unten, S. 246 f., Fn. 3; S. 339, Fn. 114, und S. 346, Fn. 122. Laut den Reisebriefen suchte Weber die Johns Hopkins University in Baltimore auf (vgl. Brief Marianne Webers an Helene Weber und Familie vom 27. Okt. 1904, in: Brief vom 27. Okt. – 2. Nov. 1904, GStA PK, VI. HA, Nl. Max Weber, Nr. 6, Bl. 75–85; MWG II/4), ferner das Haverford College, ein „orthodoxes Quäker-College“ bei Philadelphia, „wo ich die Bibliothek für meine Arbeit durchsah“ (Brief Max Webers an Helene Weber vom 1. oder 2. Nov., ebd.). Daher rühren auch seine Aufzeichnungen zu den Quäkern (vgl. dazu unten, S. 240 f. mit Anm. 91). Seine Suche nach „historischer Baptisten-Litteratur“ in der Brown University, Providence, RI, verlief erfolglos (Brief Max Webers an Helene We[223]ber und Familie vom 6. Nov. 1904, in: Brief vom 6.–16. Nov. 1904, GStA PK, VI. HA, Nl. Max Weber, Nr. 6, Bl. 87–102; MWG II/4). Möglicherweise arbeitete er „auch etwas“ auf der Bibliothek der Columbia University in New York City (Brief an dies. vom 16. Nov. 1904, ebd.). (Über weitere Universitäten, die Max Weber aufsuchte, vgl. Scaff, Max Weber in America (wie oben, S. 57, Anm. 24), p. 14.) – Einzelne Gottesdienstbesuche finden ihren Niederschlag unten, S. 365, Fn. 141, und S. 401, Fn. 54. – Weber beobachtet allgemein eine „Tendenz zur ,Säkularisation‘ des amerikanischen Lebens“ (S. 246, Fn. 3, dass. S. 389, Fn. 40). Er erwähnt das Amerikanisierungsprogramm der „Educational Alliance“ (S. 394, Fn. 49) und verwendet ein ihm in Ohio berichtetes Beispiel für rastloses Erwerbsstreben (S. 423, Fn. 85a). Außerdem dürfte sich die Auseinandersetzung mit William James, „Varieties of religious experience“ (S. 285 f., Fn. 48), der Begegnung mit ihrem Verfasser verdanken (vgl. dazu Scaff, Max Weber in America, p. 146–151). Anderes entnimmt er der Lektüre von Bryce, American Commonwealth (vgl. S. 291, Fn. 58; S. 389, Fn. 40).

[223]Max Weber begann also vermutlich erst nach der Rückkehr aus den USA, im Dezember 1904, mit der schriftlichen Ausarbeitung des zweiten Aufsatzes.6 Max und Marianne Weber trafen Ende November 1904 in Hamburg ein und fuhren von dort nach Heidelberg. Zu der Abhandlung „Der Streit um den Charakter der altgermanischen Sozialverfassung“, die er im Sommer 1904 verfaßt und vor seiner Abreise in den Satz gegeben hatte, waren zu diesem Zeitpunkt allenfalls noch letzte Korrekturen durchzuführen,7 Ediert in: MWG I/6, S. 228–299, hier nach dem Editorischen Bericht, S. 231. Der Aufsatz erschien im Dezember 1904. – Größere Parallelarbeiten gab es nicht. Für das 3. Heft des 20. „Archiv“-Bandes, das im April 1905 ausgegeben wurde, verfaßte Weber lediglich „Redaktionelle Bemerkungen zu: G. Cohn, Wissenschaftlicher Charakter“ (AfSSp, 20. Band, 3. Heft, 1905, S. 479; MWG I/7) und „Bemerkungen zu: R. Blank, Soziale Zusammensetzung“ (MWG I/8, S. 189–199). so daß er sich ganz auf den zweiten Aufsatz konzentrieren konnte. Sein Brief an Eduard Bernstein vom 10. Dezember 1904, in dem er diesen nach einer Quelle zum System der festen Preise bei den Quäkern fragte, zeigt, daß er tatsächlich zu dieser Zeit an der „Protestantischen Ethik“ arbeitete. Darin heißt es: „Ohnehin werde ich in meinem Aufsatz, dessen ersten Artikel Sie vielleicht im ,Archiv‘ gesehen haben, auf Ihre vortrefflichen Ausführungen überall zurückzugreifen haben“,8 Brief Max Webers an Eduard Bernstein vom 10. Dez. 1904 (IISG Amsterdam, Nl. Eduard Bernstein; MWG II/4; vgl. dazu die spätere Notiz in: Weber, Protestantische Sekten, GARS I, S. 219, Fn. 1, sowie S. 202, Fn. 2; MWG I/18). Das Detail nahm Weber allerdings in die „Protestantische Ethik“ nicht auf, referiert es aber – ohne Quelle – im Artikel „,Kirchen‘ und ,Sekten‘“, unten, S. 444 und 445 (mit Anm. 35). – Die im Brief genannten „vortrefflichen Ausführungen“ Bernsteins beziehen sich auf Bernstein, Kommunistische Strömungen. was dann auch so kam. In die Phase der Niederschrift fällt auch Webers Vortrag im Eranos-Kreis „Die protestantische Askese und das moderne Erwerbsleben“ am 5. Februar 1905. Sein Eintrag in das Protokoll-Buch zeigt, wie weit er mit der Ausarbeitung seiner These im zweiten Aufsatz zu diesem Zeitpunkt war.9 Ediert oben, S. 216–221.

[224]Das Manuskript war spätestens am 8. März 1905 fertig. Unter diesem Datum berichtet er seinem Bruder Alfred: „Mir geht es verschieden. Ich habe unter ziemlichen Qualen immerhin wenigstens meinen dicken Artikel (Prot[estantische] Ethik u. Capitalismus) für das Juniheft fertig gemacht, das Diktieren in die Schreibmaschine jetzt ist eine rechte Strapaze.“10[224]Brief Max Webers an Alfred Weber vom 8. März 1905 (GStA PK, VI. HA, Nl. Max Weber, Nr. 4, Bl. 59 f.; MWG II/4). Auch Marianne Weber berichtet Helene Weber am Tag zuvor (Bestand Max Weber-Schäfer, Deponat BSB München, Ana 446), das Faschingstreiben hindere ihn nicht, „an seiner ,protestantischen Askese‘ weiterzuarbeiten. Er fängt jetzt an zu diktieren (Frl. Beymann) u. wird also in einiger Zeit wieder etwas fertig haben, was uns Beide froh macht“. Vermutlich aufgrund seiner schlechten Erfahrung mit der „Archiv“-Druckerei11 Vgl. den Editorischen Bericht zu Weber, Protestantische Ethik I, oben, S. 101. beim ersten Aufsatz und wohl auch wegen seiner schlechten Handschrift legte er diesmal den Text also in Maschinenschrift vor. Wie er in einem späteren Brief allerdings mitteilt, galt dies nur für den Haupttext, nicht aber für die Fußnoten.12 Dies geht aus dem Brief Max Webers an Paul Siebeck vom 8. September 1905 (VA Mohr/Siebeck, Deponat BSB München, Ana 446; MWG II/4) hervor. Thema sind unter anderem die Druckkosten, die Weber horrend erscheinen: „Der Text des Mscr. war abdiktiert, nur die Noten nicht, u. deshalb hielt ich u. halte ich die 248 Stunden (!) Correktur für keine ernst zu nehmende Berechnung.“ Da das Manuskript oder maschinenschriftliche Teile desselben nicht überliefert sind, wissen wir nicht, wie es aussah. Es gibt aber auch keinen Grund, Max Webers Auskunft in Zweifel zu ziehen. Das ,Abdiktieren‘, das ihm überhaupt schwer fiel, ist ja bei den Fußnoten mit den vielen Literaturangaben und Zitaten besonders kompliziert.13 „Das Abdiktieren ist für mich physisch fast unerträglich, das Abschreiben hier nicht gut zu beschaffen, wie Versuche ergaben“, heißt es im Brief Max Webers an Paul Siebeck vom 3. September 1905 (VA Mohr/Siebeck, Deponat BSB München, Ana 446; MWG II/4); vgl. auch den oben im Text zitierten Brief Max Webers an Alfred Weber vom 8. März 1905 (wie Anm. 10). Den satzfertigen Text jedenfalls konnte er am 30. März 1905 an den Verlag schicken.14 Marianne Weber datiert die Abgabe im „Lebensbild“ ebenfalls auf Ende März. Sie spricht in diesem Zusammenhang von einer Arbeit von kaum drei Monaten (Weber, Marianne, Lebensbild3, S. 359). Weber schrieb dazu: „[…] hiermit sende ich Ihnen das Mscr. für den 1tenArtikel von Band XXI Heft I des Archiv. Ich versichere dasselbe, da der Verlust schwer zu ersetzen wäre und sehr viel Arbeit darin steckt. Auf den Umschlag der Fußnoten – die ich vom Texte gesondert habe – schrieb ich einige Bitten an die Druckerei, die diese ja wohl berücksichtigen wird.“15 Brief Max Webers an Paul Siebeck vom 30. März 1905 (VA Mohr Siebeck, Deponat BSB München, Ana 446; MWG II/4). Weber sandte das Manuskript direkt an Siebeck, weil Jaffé ab 1. April verreist war. (Vgl. dazu den Brief Edgar Jaffés an Paul Siebeck vom 24. März 1905, in der nachfolgenden Anm.) Siebeck bestätigte Weber am 3. April 1905 Empfang und Weiterleitung (VA Mohr Siebeck, Deponat BSB München, Ana 446): „Ich habe das Manuscript unter Wertversicherung an die Druckerei [225]weitergeleitet und letztere beauftragt, die Vorschriften auf der Enveloppe der Fussnoten sorgfältigst zu beachten.“ Edgar Jaffé hatte [225]Paul Siebeck Webers Manuskript bereits am 24. März 1905 angekündigt und entschieden, daß der Aufsatz an die Spitze des Juni-Heftes zu stellen sei.16 Vgl. Brief Edgar Jaffés an Paul Siebeck vom 24. März 1905 (Nl. 488, SBPK zu Berlin: VA Mohr Siebeck): „[…] Prof. Weber hat eine grössere Abhandlung für dieses Heft beinahe fertig[,] falls dieselbe nicht bis zum 1. April in meinen Händen ist, wird Ihnen Prof. Weber das Manuskript direkt zusenden, Sie wollen es dann freundlichst an die Druckerei weiter leiten[,] es ist in Corpus zu setzen und soll an die Spitze des Heftes treten.“ Diese Bitte wiederholt Jaffé im Brief an Siebeck vom 18. Mai 1905 (ebd.).

Die Druckerei tat sich auch diesmal mit Webers Manuskript äußerst schwer, wie zahlreiche Briefe zum Satzvorgang und insbesondere zur späteren Abrechnung der Druckkosten belegen.17 Vgl. hierzu den Briefwechsel Siebeck – Lippert, bes. den Brief von Lippert & Co. an J.C.B. Mohr (Paul Siebeck) vom 20. Sept. 1905 (Nl. 488, SBPK zu Berlin: VA Mohr Siebeck). Im Brief an Paul Siebeck wird das peinliche Vorkommnis der hohen Abrechnungskosten für das Webersche Manuskript von der Druckerei bedauert: „Wie Ihnen, sehr geehrter Herr Doktor, bekannt ist, macht das Lesen der Weber’schen Handschrift viel Schwierigkeiten und besonders schwierig wird der Satz bei fremdsprachlichen Zitaten.“ In den Briefen von Paul Siebeck, der Druckerei und Edgar Jaffé ist stets von dem schwer lesbaren „Manuskript“ die Rede, dessen Satz hohe Kosten verursache. Folgt man der oben mitgeteilten Auskunft Webers, so dürften die Schwierigkeiten in erster Linie bei den handschriftlich eingereichten Fußnoten gelegen haben. Dort finden sich in der Tat die meisten fremdsprachlichen Begriffe und Zitate. Die einzig überlieferte Korrekturseite läßt die damit gestellten Anforderungen gut erkennen – sie enthält lediglich den Fußnotentext, der auf den ersten Korrekturbogen offensichtlich noch separat gesetzt worden war (vgl. die Abbildung, unten, S. 230).

Von Edgar Jaffé wissen wir, daß die Druckerei rund drei Wochen nach der Abgabe des Manuskripts „gerade zwei !! Bogen der Weber’schen Abhandlung gesetzt“ hatte, für das Juniheft „sonst nichts“.18 Edgar Jaffé empörte sich im Brief an Paul Siebeck vom 20. April 1905 über die Langsamkeit der Druckerei (Nl. 488, SBPK zu Berlin: VA Mohr Siebeck). Siebecks Antwort: „Wenn die Druckerei bisher nur wenig Correcturen für Heft 1 geliefert hat, so muss ich sie in Schutz nehmen, denn das Manuscript des Herrn Professor Weber war tatsächlich geeignet, den Satz aufzuhalten. Ein so schwer lesbares Manuscript würde nicht einmal jede Druckerei so relativ gut absetzen können, wie es bei Lippert geschieht.“ Brief Siebecks an Jaffé vom 28. April 1905 (Nl. 488, SBPK zu Berlin: VA Mohr Siebeck). Die Druckerei teilte dem Verlag am 21. April 1905 mit: „Mit dem Satze des Weber’schen Artikels kommen wir morgen zu Ende und erlauben nur zu wiederholen, daß solche Manuskripte vorteilhafter für die Herstellung abgeschrieben werden. Die Korrekturen kommen fast dem Neusatz gleich und der Weitersatz ist aufgehalten [226]worden.“19[226]Vgl. Mitteilung von Lippert & Co. an J.C.B. Mohr (Paul Siebeck) vom 21. April 1905 (Nl. 488, SBPK zu Berlin: VA Mohr Siebeck). Am 29. April 1905 beklagt sich Weber gegenüber dem Verleger über die Wiedergabe der englischen Zitate in den Korrekturbogen: „Die Druckerei druckt erbärmlich! Die Setzer haben offenbar keine Ahnung von Englisch-Setzen. Mein Mscr. ist ja infolge meiner Handschrift schlecht und schwer zu setzen. Aber vergleichen Sie doch nur die englischen mit den deutschen Partien des Satzes, so sehen Sie sicher, daß es an mangelnder Übung im Englischen liegt. […] Ich werde diesmal ja gradezu ein Vermögen für diesen Artikel, der mir kein Honorar trägt, an die Druckerei zahlen müssen, und zum Teil durch deren Schuld.“20 Brief Max Webers an Paul Siebeck vom 29. April 1905 (VA Mohr/Siebeck, Deponat BSB München, Ana 446; MWG II/4). Im Brief von Lippert & Co. an J.C.B. Mohr (Paul Siebeck) vom 20. Sept. 1905 (wie oben, S. 225, Anm. 17) heißt es dazu: „Unsere Hauskorrektoren sind im Englischen nicht unbewandert, aber bei einer solchen Handschrift versagen ihre Kenntnisse und manches Wort wird falsch korrigiert“, wobei zugesichert wird, künftig einen „Sprachkundigen“ mit der Korrektur zu beauftragen. Möglicherweise legte Max Weber diesem Brief die genannte Korrekturseite als Beleg bei.21 Fundort ist die Verlagskorrespondenz mit der „Archiv“-Druckerei Lippert & Co.; unten, S. 230 mit Anm. 44. Zugleich empfahl er dem Verleger abermals, die Druckerei zu wechseln.22 Zu jenem häufigen Monitum Webers vgl. den Brief Max Webers an Paul Siebeck vom 12. April 1904 (VA Mohr/Siebeck, Deponat BSB München, Ana 446; MWG II/4).

Die Korrekturen verursachten also nicht nur Druckerei und Verlag, sondern auch Max Weber großen Ärger. Im Nachhinein hebt er wiederholt „die ungeheuerliche Art“ der Behandlung seiner englischen Fußnoten hervor, auch, daß bei jeder Korrektur neue Fehler entstanden seien.23 Vgl. die Briefe Max Webers an Paul Siebeck vom 3. Sept. und 8. Sept. 1905 (dort das Zitat), (VA Mohr/Siebeck, Deponat BSB München, Ana 446; MWG II/4). Aus dem Briefwechsel zwischen Paul Siebeck und Edgar Jaffé, in dem auch die Honorarabrechnung für Webers Aufsatz abgelegt ist, geht hervor, daß es (zumindest teilweise) einen zweiten Satz gab, weil der erste – so Jaffé – „durchgehend unverständlich“ ausfiel, wobei auch er die englischen Textstellen anspricht. Von ihm erfahren wir darüber hinaus, daß es eine zweite Revision gab, in der abermals Fehler gemacht wurden.24 „Erstens war der erste Satz einfach durchgehend unverständlich, so schlecht war er; fast jedes englische Zitat war ganz falsch – die Druckerei sollte doch einen Setzer haben der englisch lesen kann. Zweitens sind nicht nur in der ersten sondern auch in der zweiten (!) Revision fortwährend neue Fehler seitens der Druckerei hinein korrigiert worden, die vorher nicht darin waren.“ Die „Hauptschuld“ an den hohen Korrekturkosten lastet Jaffé darum der Druckerei an. Brief Edgar Jaffés an Paul Siebeck vom 3. Aug. 1905 (Nl. 488, SBPK zu Berlin: VA Mohr/Siebeck). Ähnlich äußert sich Jaffé im Brief an Siebeck vom 6. Sept. 1905 (ebd.): „Was allerdings seine Bemerkungen über die Druckerei anlangt so muß ich ihm [Max Weber] beipflichten, daß die Korrektur zum Teil sehr mäßig ausgeführt worden ist. Die Manuscripte von Prof. Weber sind ja allerdings durchweg recht schwierig, das ist aber kein Grund für die Druckerei bereits [227]richtig gesetzte Stellen in der Revision wieder zu verballhornisieren, wie dies tatsächlich öfters vorgekommen.“ Die Druckerei berichtet sogar von einer „3. Revisi[227]on“.25 Vgl. unten, S. 228 mit Anm. 31. Wegen des zweiten oder „gemischten Satzes“ und wegen des schlechten Manuskripts stellte die Druckerei später einen Extraposten von 66,25 Μ. in Rechnung, wegen des auf Veranlassung Jaffés gestrichenen Satzes weitere 25,50 Μ. Außerdem berechnete sie 248 Stunden für Hauskorrekturen, die 148,80 Μ. kosteten. Nach Abzug von 28 Stunden, die das „Archiv“ übernahm, und nach einer weiteren Reduktion der Kosten um 25 Μ. für berechtigte Reklamationen verblieben 107 Μ., die Weber hätte übernehmen müssen, die ihm Paul Siebeck aber erließ.26 Weber wollte nicht nur die Korrekturkosten, sondern auch die Herstellungsmehrkosten übernehmen, die wegen der Überlänge seines Aufsatzes anfielen. Letztere beliefen sich auf ca. 250 Μ. Er rechnete damit, insgesamt ca. 500 Μ. aufbringen zu müssen, wie er an seinen Bruder schrieb (Brief Max Webers an Alfred Weber vom 14. Juli 1905, GStA PK, VI. HA, Nl. Max Weber, Nr. 4, Bl. 64 f.; MWG II/4). Er hatte bereits einen Scheck für Paul Siebeck ausgestellt. Da aber Siebeck und Jaffé sein Autorenhonorar von 240 Μ. auf 250 Μ. erhöhten, wobei Weber erst einmal davon überzeugt werden mußte, daß ihm überhaupt ein Honorar zustand, und da die oben genannten Kosten dem Konto des „Archivs“ angelastet wurden, schließlich Siebeck die Korrekturkosten von 107,64 Μ. übernahm, ging der Scheck an Weber zurück. Ihm wurden lediglich die Kosten wegen der Überlänge des Aufsatzes in Rechnung gestellt. Hierzu der Briefwechsel zwischen Paul Siebeck und Edgar Jaffé vom 29. Juli bis 11. Sept. 1905 (Nl. 488, SBPK zu Berlin: VA Mohr/Siebeck), ferner Siebecks Briefe an Weber vom 2., 6. und 12. Sept. 1905 (VA Mohr/Siebeck, Deponat BSB München, Ana 446) und Webers Briefe an Paul Siebeck vom 3. und 8. Sept. 1905 (ebd.; MWG II/4; in letzterem akzeptierte er die „Generosität“, weil „sonst des Verhandelns kein Ende wäre“, lehnt aber „nachdrücklich jeden Präcedenz-Charakter desselben ab“). – Zum Vergleich: Die Korrekturkosten des ersten Protestantismus-Aufsatzes sind nicht bekannt, für „schlechtes Manuskript“ wurden von der Druckerei aber 11 Μ. berechnet, für den Fideikommiß-Aufsatz 27 Μ. Mit diesen Kosten wurde auch hier das „Archiv“-Konto belastet (vgl. die Briefe von Siebeck an Jaffé vom 15. Dez. 1904 und von Jaffé an Siebeck vom 4. Jan. 1905, Nl. 488, SBPK zu Berlin: VA Mohr/Siebeck).

Wie sich an der Zählung der Fußnoten ablesen läßt, schob Weber, wie bei ihm üblich, noch in der Korrekturphase zahlreiche Zusätze nach: präzisierende Erläuterungen, Veranschaulichungen, Literatur- und Belegangaben.27 Sie werden im „Archiv“ mit „a“, „b“ und einmal sogar mit „c“ gezählt; vgl. die Übersicht unten, S. 231, Anm. 46. – Präzisierende Ergänzung z. B. S. 268, Fn. 21a; Veranschaulichung z. B. S. 268–270, Fn. 21b; Literaturnachweis z. B. S. 292, Fn. 58a; Belegnachtrag z. B. S. 293, Fn. 59a. Manches davon könnte auf den Briefwechsel mit Willy Hellpach zurückgehen, der am 31. März 1905, d. h. mit Manuskriptabgabe, einsetzt. Sowohl im Briefwechsel mit Hellpach als auch in manchen nachgetragenen Fußnoten wendet sich Weber vor allem gegen Karl Lamprechts sozialpsychologischen Ansatz.28 Zu Hellpach vgl. S. 316 f., Fn. 79a; S. 344 f., Fn. 120a; zu Lamprecht zusätzlich S. 329 f., Fn. 101a; S. 339 f., Fn. 114a; S. 424 f., Fn. 86. Vgl. besonders Max Webers Briefe an Willy Hellpach vom 31. März, 5. und 9. April 1905 (GStA PK, VI. HA, Nl. Max [228]Weber, Nr. 17, Bl. 2–10a; MWG II/4). Auf Lamprecht war er allerdings schon 1903 im ersten Teil von Weber, Roscher und Knies I, S. 24 f., Fn. 5, eingegangen. [228]Auch Adolf Harnacks Thesen in „Der Wert der Arbeit nach urchristlicher Anschauung“ nahm er offensichtlich erst nach Manuskriptabgabe zur Kenntnis, was ihn wiederum zu einem Nachtrag anregte.29 In: Evangelisch Sozial, 14. Folge der Mitteilungen des Evangelisch-sozialen Kongresses, Nr. 3–4 vom 25. März 1905; vgl. unten, vgl. S. 375, Fn. 15a. Einen kleinen Einblick in diese Art des Vorgehens gibt S. 349, Fn. 124. Die Fußnote enthält im „Archiv“ einen Rückverweis auf Fußnote „65a“ (= S. 298). Beide Fußnoten dürfte Weber zur selben Zeit verfaßt haben, wobei die „Archiv“-Fußnote 124 noch in die fortlaufende Zählung eingereiht werden konnte, wogegen die Zählung auf S. 298 bereits abgeschlossen war.30 „Späterer Zusatz“ muß folglich der Verweis auf S. 264, Fn. 17, sein, denn hier wird auf S. 268–270, Fn. 21b, verwiesen.

Der Aufsatz konnte erst Ende Mai, Anfang Juni 1905 abgesetzt werden. Denn zuvor gab es abermals eine Verzögerung. Am 23. Mai teilte die Druckerei Lippert & Co. dem Verlag mit: „[…] leider muß von dem 1. Artikel Weber eine 3. Revision versandt werden, wir hoffen, dann die Bogen zum Druck zu bekommen[,] und werden Sombart hierauf fortsetzen.“31 Karte von Lippert & Co. an J.C.B. Mohr (Paul Siebeck) vom 23. Mai 1905 (Nl. 488, SBPK zu Berlin: VA Mohr/Siebeck). – Gemeint ist: Sombart, Werner, Studien zur Entwicklungsgeschichte des nordamerikanischen Proletariats, in: AfSSp, Band 21, 1905, S. 210–236 (Heft 1), S. 308–346 (Heft 2), S. 556–611 (Heft 3). (In AfSSp, Band 21, Heft 1, folgt Sombarts Artikel auf: Schachner, Robert, Kritik des Sparkassenwesens deutscher Selbstverwaltungskörper, ebd., S. 111–161, und Gothein, Georg, Die preußischen Berggesetznovellen, ebd., S. 162–209.) Paul Siebeck erhielt am 25. Mai drei Bogen, die mit Webers Imprimatur versehen waren, und sandte sie am 27. Mai an die Druckerei weiter.32 „Die Druckerei hat mir mitgeteilt, dass sie an der Abhandlung Sombart erst weiter setzen kann, wenn von Weber etwas gedruckt ist. Da heute 3 Bogen druckfertig bei mir eingetroffen sind, welche sogleich nach Naumburg weitergehen, wird die Stockung im Satz bald behoben sein.“ Brief Paul Siebecks an Edgar Jaffé vom 25. Mai 1905 (Nl. 488, SBPK zu Berlin: VA Mohr/Siebeck). Vgl. außerdem die Karte R. Willes/ R. Pflugs an die Druckerei vom 27. Mai 1904 (ebd.). Das waren aber erst 48 Seiten des auf nahezu 100 Seiten angeschwollenen Textes. Das Erscheinen des für den 1. Juni geplanten Heftes mußte deshalb verschoben werden.33 Planung auf 1. Juni 1905 laut dem Brief Edgar Jaffés an Paul Siebeck vom 22. Februar 1905 (Nl. 488, SBPK zu Berlin: VA Mohr/Siebeck). Am 28. Juni 1905 trafen bei Jaffé die ersten Freiexemplare ein.34 Vgl. den Brief Edgar Jaffés an Paul Siebeck vom 28. Juni 1905 (Nl. 488, SBPK zu Berlin: VA Mohr/Siebeck). Weber muß am selben Tag Separatdrucke erhalten haben, denn er schickte einen Tag später seinen Aufsatz an Franz Eulenburg.35 Vgl. Brief Max Webers an Franz Eulenburg vom 29. Juni 1905 (GStA PK, VI. HA, Nl. Max Weber, Nr. 30, Bd. 4, Bl. 123; MWG II/4): „Gleichzeitig erlaube ich mir, Ihnen eine Entgleisung auf das Gebiet der Theologie zuzusenden.“

[229]Die Nachfrage nach Webers Aufsatzfolge war groß. Jaffé dachte schon drei Wochen nach Erscheinen des Heftes an eine Separatausgabe, wovon der Verleger aber noch abriet: „Irre ich nicht, so verdankt das ,Archiv‘ den Aufschwung und die jetzt eingetretene grössere Stabilität des Abonnentenstandes zu einem wesentlichen Teil den Weber’schen Aufsätzen.“36[229]Antwort Paul Siebecks vom 26. Juli 1905 auf Edgar Jaffés Anfrage vom 23. Juli 1905: „Von allen Seiten sagt man mir, es müsse von Prof. Webers zwei Artikeln ,Protestantische Ethik + Kapitalismus‘ eine größere Anzahl Sonderabzüge in den Handel gebracht werden, das Interesse ist in Staatsrechtlichen + Theologischen Kreisen sehr groß.“ (Nl. 488, SBPK zu Berlin: VA Mohr/Siebeck.) Der Text stand ohnehin schon nicht mehr im Satz. Weber selbst äußerte sich zu diesem Plan ausweichend, vermutlich wegen des damit verbundenen Arbeitsaufwands: „Eine Separatausgabe ist erst möglich, wenn ich die noch fehlende größere Hälfte geschrieben habe“, ließ er seine Mutter am 14. November 1905 wissen.37 Brief Max Webers an Helene Weber vom 14. Nov. 1905 (Bestand Max Weber-Schäfer, Deponat BSB München, Ana 446; MWG II/4). Die Richtung und ein Teil des Inhalts der avisierten Fortsetzung sind am Schluß des zweiten Aufsatzes skizziert.38 Unten, S. 423–425. Im Text verweist Weber immer wieder auf jenen projektierten Aufsatzteil, etwa auf ein später auszuführendes „Kapitel“, so unten, S. 387, Fn. 35, und S. 425, Fn. 86, oder später auszuführende Themen, etwa die „Sozialethik“ und „-politik“ der protestantischen Askese, z. B. unten, S. 345, 361 und 364. Im März 1905 hatte er gegenüber seinem Bruder Alfred allerdings selbst die Ausgestaltung der beiden Aufsätze zu einem Buch erwogen, ein Unternehmen freilich, von dem er zugleich sagte, es müsse, wenn überhaupt, wegen anderer Arbeiten nebenherlaufen. Außerdem verlange es Reisen noch einmal in die USA und nach England.39 Brief an Alfred Weber vom 8. März 1905 (GStA PK, VI. HA, Nl. Max Weber, Nr. 4, Bl. 59 f.; MWG II/4). Gegenüber W.E.B. Du Bois äußerte Weber am 1. Mai 1905, er denke an einen USA-Aufenthalt 1907 oder 1908 (University of Massachusetts, Amherst, Du Bois Library, Du Bois Papers, reel 3; MWG II/4). – In England hielten Max und Marianne Weber sich zwar im Sommer 1910 auf, doch ist über dortige Bibliotheksstudien nichts bekannt. Die Pläne – Reisen und Fortsetzung – verfolgte Weber noch einige Jahre, gab sie aber schließlich auf.40 Dazu ausführlich die Einleitung, oben S. 66 f.; auch die tabellarische Übersicht über Max Webers Hinweise auf die geplante Fortsetzung im Anhang zur Einleitung, oben, S. 90–96.

[230]II. Zur Überlieferung und Edition

1. Zur Überlieferung

Ein Manuskript oder Typoskript ist nicht überliefert. Mit Ausnahme der Korrekturseite „33“ (s. u.) gibt es auch keine Korrektur- oder Revisionsfahnen. Die Edition folgt dem Erstdruck: Weber, Max, Die protestantische Ethik und der „Geist“ des Kapitalismus. II. Die Berufsidee des asketischen Protestantismus, in: Archiv für Sozialwissenschaft und Sozialpolitik. Neue Folge des Archivs für soziale Gesetzgebung und Statistik, begründet von Heinrich Braun, hg. von Werner Sombart, Max Weber und Edgar Jaffé, 21. Band (der neuen Folge III. Band), 1. Heft. – Tübingen: J.C.B. Mohr (Paul Siebeck) 1905, S. 1–110 (A). Das Heft wurde im „Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel“ am 1. Juli 1905 angekündigt, die ersten Exemplare Ende Juni 1905 ausgegeben.41[230]Vgl. „Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel“, 72. Jg., Nr. 150 vom 1. Juli 1905, S. 6023; dazu oben, S. 228 mit Anm. 34 und 35. Max Weber erhielt 40 Separatabzüge.42 Weber erhielt zu den 12 freien Separatabzügen 38 weitere entgeltlich (laut Abrechnungsentwurf des Verlags vom 29. Juli 1905 im Briefwechsel mit Jaffé (Nl. 488, SBPK zu Berlin: VA Mohr/Siebeck) und laut der mit Brief Paul Siebecks an Max Weber vom 2. Sept. 1905 gesandten Abrechnung (VA Mohr/Siebeck, Deponat BSB München, Ana 446)). Ein Exemplar erhielt laut Webers Korrespondenz Franz Eulenburg (vgl. oben, S. 228, Anm. 35), ein anderes Willy Hellpach (vgl. Max Webers Briefe an dens. vom 11. Aug. und 1. Sept. 1905, GStA PK, VI. HA, Nl. Max Weber, Nr. 17, Bl. 16–17 und 50–51; MWG II/4). Die von Weber überarbeitete Fassung erschien zusammen mit dem ersten Aufsatz in: Weber, Max, Gesammelte Aufsätze zur Religionssoziologie, I. Band. – Tübingen: J.C.B. Mohr (Paul Siebeck) 1920, S. 17–206. Sie wird in MWG I/18 gesondert ediert. Beitrag und Titel43 Vgl. dazu den Editorischen Bericht zu Weber, Protestantische Ethik I, oben, S. 105. sind von Max Weber autorisiert.

Die gegenüberliegend abgebildete Korrekturseite „33“, fand sich in der Korrespondenz des Verlags J.C.B. Mohr (Paul Siebeck) mit der „Archiv“-Druckerei, der Fa. Lippert & Co. in Naumburg/Saale.44 Gefunden von Manfred Schön am 16. Sept. 1997 zwischen dem Durchschlag des Siebeck-Briefes an die Firma Lippert vom 29. April 1905 und dem Brief von Lippert an Siebeck vom 1. Mai 1905 (zur Zeit [2013]: VA Mohr/Siebeck, Deponat BSB München, Ana 446). Nach den Schneidekanten und dem Stempelaufdruck zu urteilen, von dem nur ein Teil sichtbar ist, handelt es sich um die abgetrennte Seite eines Bogens. Die Seite enthält nur Fußnoten, nämlich die Fußnoten 33–36 auf den Archiv-Druckseiten 85–87 (unten, S. 385–387). Weber markiert die von Fehlern strotzenden englischen Zitate und notiert am Rand: „so und schlimmer geht es überall [dur]ch die ganze Correktur. Man sieht, daß der Setzer noch nie englisch gesetzt hat. Die Druckerei denkt, da ich die Correktur-Mehrkosten zahle, hat es keinen Zweck, [231]mir gute Setzer zu geben.“45[231]Transkription Diemut Moosmann. Darüber hinaus gibt es Setzfehler bei fremdsprachlichen (Personen-)Namen und Begriffen.

2. Zur Edition

Textbehandlung und Textgestaltung

Textbehandlung und Textgestaltung erfolgen, wie zu Weber, Protestantische Ethik I, oben, S. 105–107, beschrieben. Hier werden nur den folgenden Aufsatz betreffende Besonderheiten hinzugefügt.

Anders als im ersten Aufsatz sind die Fußnoten der Druckvorlage abschnittsweise und nicht seitenweise durchgezählt, wobei die Abschnitte jeweils mit Fußnote „1)“ beginnen. Es gibt allerdings Fußnoten, die, da in einem späteren Stadium eingebracht, auf „a“, „b“ oder sogar „c“ lauten.46 Dies sind im ersten Abschnitt 17 und im zweiten Abschnitt 8 Fußnoten: In Abschnitt 1: S. 247, Fn. 3a; S. 268, Fn. 21a; S. 268–270, Fn. 21b (darauf der Verweis S. 264 in Fn. 18); S. 292, Fn. 58a; S. 293, Fn. 59a; S. 298, Fn. 65a (mit Rückverweis, S. 349, Fn. 124); S. 316 f., Fn. 79a; S. 320, Fn. 84a; S. 329 f., Fn. 101a; S. 335, Fn. 109a; S. 337 f., Fn. 113a; S. 339 f., Fn. 114a; S. 341, Fn. 114b; S. 341, Fn. 114c; S. 344 f., Fn. 120a; S. 350, Fn. 127a; S. 358 f., Fn. 135a. – In Abschnitt 2: S. 375, Fn. 15a; S. 393, Fn. 47a und 47b; S. 396, Fn. 49a; S. 401 f., Fn. 54a; S. 402 f., Fn. 54b; S. 421, Fn. 83a, und S. 423, Fn. 85a. In der Edition folgt die Fußnotenzählung exakt der Druckvorlage, so daß der Arbeitsprozeß erkennbar bleibt.

Verweise Max Webers auf Seiten innerhalb dieses Aufsatzes werden stillschweigend der Paginierung der vorliegenden Edition angepaßt.47 Das ist der Fall: S. 245, Fn. 3; S. 281, Fn. 36; S. 298, Fn. 65; und S. 371, Fn. 6. Da Max Webers Fußnotenzählung im zweiten Aufsatz beibehalten wurde, bleiben Max Webers Fußnotenverweise unverändert; das ist der Fall: S. 264, Fn. 17; S. 266, Fn. 21; S. 289, Fn. 53; S. 296, Fn. 62; S. 308, Fn. 76; S. 394, Fn. 124; S. 371, Fn. 6; und S. 381, Fn. 27. Bei expliziten und stillschweigenden Rückverweisen auf den ersten Aufsatz (z. B. S. 248, Fn. 4 mit Anm. 40; S. 321 mit Anm. 62) führt die Sacherläuterung die entsprechende Stelle in der vorliegenden Edition auf. Andere Verweise beziehen sich auf die von Max Weber geplante, aber nicht realisierte Fortsetzung seiner Studie.48 Vgl. oben, S. 229 mit Anm. 40.

Einheitlich wird Ue zu Ü, „ss“ zu „ß“ geändert.49 Da „Ue“ (statt Ü) und „ss“ statt „ß“ nur im Haupttext begegnen, könnte es sich um Übernahmen aus Webers Typoskript handeln, das durch eine Schreibkraft angefertigt worden war (dazu oben, S. 224 mit Anm. 10). Die Schreibmaschine hatte vermutlich [232]kein „Ü“ und kein „ß“, wohl aber die Setzerei. „Ue“ und „ss“ enthält der Haupttext allerdings nicht durchgängig. Wo in griechischen Wörtern heute ein Akut (´) statt des früher üblichen Gravis (`) gesetzt wird, ist dies [232]stillschweigend verändert (z. B. S. 286, Fn. 48). Nicht übliche Abkürzungen werden im Text und dem Fußnotenapparat in eckigen Klammern aufgelöst.

Auch in diesem Aufsatz gibt es eine Vielzahl offensichtlicher Druckversehen, zumeist Buchstabenauslassungen (z. B. „wissenschaftlch“, S. 262, Fn. 16), die stillschweigend korrigiert werden. Wie Interpunktionszeichen behandelt werden, ist bereits im Editorischen Bericht zum ersten Aufsatz ausgeführt, oben, S. 105 f.

Emendiert werden Textverderbnisse im Deutschen, die auf ein Versehen des Autors oder auf einen Fehler des Setzers deuten. Die ursprüngliche „Archiv“-Lesart ist im textkritischen Apparat nachgewiesen (z. B. „Inkommunikabilitität“, S. 286, Fn. 51). Emendiert werden Grammatikfehler und fehlerhafte Schreibung von Eigennamen (z. B. „Taylor“ statt richtig „Tayler“, S. 248, Fn. 4, „Herrenhuter“ anstelle von „Herrnhuter“, beide Schreibweisen z. B. S. 330, Fn. 102, u.ö.).50 „Herrnhuter“ heißt es auch in der von Max Weber konsultierten Literatur, vgl. Ritschl, Pietismus, und Plitt, Zinzendorfs Theologie. Weber paßt sich dem bei der Überarbeitung der „Protestantischen Ethik“ (GARS I, S. 17–206; MWG I/18) an. Mit Nachweis korrigiert werden auch überflüssige Interpunktionszeichen (z. B. S. 357 mit textkritischer Anm. u) und Interpunktionsverschiebungen stilistischer Art, z. B. um die englische an die deutsche Zitierweise anzupassen („,higher life,‘ zu „,higher life‘, […]“, S. 344). Der Satzpunkt ist, sofern geboten, hinter die einen Einschub schließende Klammer gerückt.

Unverändert bleibt hingegen die Weber-eigene Schreibweise mancher Eigennamen: Ernst Troeltsch (immer „Tröltsch“) und Gisbert Voet (immer „Voët“; z. B. S. 246, Fn. 3, u.ö.) – beide wie bereits im ersten Aufsatz –, Lewis Bayly (immer „Bailey“;51 In den Hg.-Anmerkungen heißt es im Kurztitel: Bayli, Praxis pietatis I. z. B. S. 262 u.ö.), der Niederländer Busken Huet (nach dem deutschen Titel von Busken-Huet, Rembrandt’s Heimath, immer: „Busken-Huët“, S. 403, Fn. 54b, und S. 413, Fn. 72) und „Robinson Crusoë“ (S. 416). In der Schreibung der „Herrnhuter Brüdergemeine“ als „Brüdergemeinde“ oder „Gemeinde“ folgt Weber Ritschls „Geschichte des Pietismus“, weshalb sie beibehalten wird (z. B. S. 243 u.ö.). Beibehalten wird außerdem der uneinheitliche Genitiv von Eigennamen als -s oder –’s (z. B. „Ritschl’s“/ „Ritschls“, beide S. 308 f., Fn. 76). Beibehalten werden ferner: alternierende Schreibweisen (z. B. c/k, c/z, t/th sowie i/ie); das für Max Weber typische „allmälig“ neben „allmählich“ oder auch „Karrikatur“ statt „Karikatur“ (S. 329, Fn. 100); außerdem ältere Schreibweisen wie „Litteratur“ (S. 310, Fn. 76), „Gebahren“ (S. 268, Fn. 21b u.ö.), „Verläugnung“ (S. 246, Fn. 3), „charitas“ (S. 269, Fn. 21b), „Beghinen“ (S. 348, Fn. 123), „indeß“ (S. 378, Fn. 20), auch [233]ältere Ausdrucksweisen (z. B. „cessieren“, S. 379; „Hinkunft“, S. 419, Fn. 82). Unverändert bleibt mit wenigen Ausnahmen Webers Groß- und Kleinschreibung (z. B. „ein Anderer“, S. 286, Fn. 48, „Altes“ und „Neues“ neben „altem“ und „neuem“ Testament, S. 353, Fn. 131 u.ö.).52[233]Bei den Ausnahmen handelt es sich um Abweichungen von der sonst geübten Praxis, die von Weber vermutlich nicht intendiert sind: S. 249 mit textkritischer Anm. f; S. 265 mit textkritischer Anm. p. Dasselbe gilt für Webers Zusammen- und Getrenntschreibung (z. B. „mit beteiligt“ neben „mitbeteiligt“, S. 378, Fn. 17, „nicht asketischen“ neben (klassenbildenden) „nichtasketischen“ Reformationskirchen, S. 242). Abgeschliffene Endungen wie „Wiedergebornen“ (S. 349) sowie „hat niemand befriedigt“ (S. 367, Fn. 1) werden ebenfalls nicht geändert.

Sacherläuterungen

Für den editorischen Umgang mit Webers Zitaten und Literaturnachweisen gilt das im Editorischen Bericht zum ersten Aufsatz Gesagte (oben, S. 107–109).

Zur Präzisierung von Webers Aussagen und der von ihm genannten Literatur wurden auch hier die überlieferten Handexemplare Max Webers herangezogen und seine Marginalien oder Markierungen mitgeteilt,53 * bedeutet: unsichere Lesung der Handschrift Max Webers; [?] nicht (mehr) lesbar. sei es, daß er sie in seine privaten Exemplare (Max Weber-Arbeitsstelle, BAdW München), sei es, daß er sie in ein Bibliotheksexemplar eintrug. Diese Bücher sind im Literaturverzeichnis ausgewiesen, unten, S. 843–868. Außerdem wird hier ein Exzerpt Webers aus Robert Barclays „Apology“ (GStA PK, VI. HA, Nl. Max Weber, Nr. 31, Bd. 6, Bl. 28–42v) herangezogen (vgl. unten, S. 239 f.).

Behandlung der Vorlagen und Quellen Max Webers

Bei der Kommentierung und Präzisierung von Webers Literatur- und Quellenangaben ergaben sich im Vergleich zum ersten Aufsatz zusätzliche editorische Probleme, die hier zusammen mit ihren Lösungen dargelegt werden, um die editorischen Entscheidungen zu dokumentieren.

a) Wie schon im ersten Aufsatz, betont Weber auch im zweiten die Bedeutung des Begriffs „lex naturae“, auf dessen weitere Behandlung er durch Ernst Troeltsch hofft (vgl. S. 246, Fn. 3; Weber, Protestantische Ethik I, S. 190, Fn. 41, dort mit Verweis auf Troeltsch, Rez. Seeberg). Weber denkt dabei an die Abhandlung „Protestantisches Christentum und Kirche in der Neuzeit“, die Troeltsch für das von Paul Hinneberg herausgegebene enzyklopädische Werk „Die Kultur der Gegenwart“ verfaßte. Das Manuskript von Troeltschs [234]Abhandlung lag zwar spätestens Anfang April 1905 dem Verlag vor, als Sonderdruck erschien sie aber erst Ende Dezember 190554[234]Einen solchen besaß Max Weber (Max Weber-Arbeitsstelle, BAdW München). und als Teil des Enzyklopädie-Bandes I/4,1 sowie des Gesamtbandes I/4 erst im Februar 1906.55 Vgl. Drehsen/Albrecht, Editorischer Bericht zu Troeltsch, Protestantisches Christentum, KGA 7, S. 39–80, bes. S. 62–75. Von Troeltschs thematisch verwandter Abhandlung erwartete Weber, daß darin die Sozialgestalt des Calvinismus und andere „Dinge (lex naturae etc.)“ behandelt würden (vgl. S. 266, Fn. 21; S. 246, Fn. 3). Inwieweit Weber mit dem Manuskript bereits während der Abfassung vertraut war, wissen wir nicht.56 Vgl. dazu den Brief an Georg v. Below vom 23. August 1905, unten, Anm. 58. Wohl aber kannte er viele von Troeltschs bereits erschienenen Schriften. In der „Protestantischen Ethik“ nennt er solche teils einzeln, teils nur summarisch (vgl. S. 246, Fn. 3 mit Anm. 9–11). Troeltsch gehörte in Heidelberg zu Webers Freundeskreis. Beide pflegten einen intensiven wissenschaftlichen Austausch, arbeiteten im Eranos-Kreis zusammen und reisten 1904 gemeinsam in die USA.57 Vgl. dazu auch die Einleitung, oben, S. 39–43. Wie Weber gegenüber Georg v. Below bekundete, sah er in Troeltsch den theologischen Fachmann, auf dessen Gebiet er sich nicht kompetent fühlte.58 Brief Max Webers an Georg v. Below vom 23. August 1905 (GStA PK, VI. HA, Nl. Max Weber, Nr. 30, Bd. 4, Bl. 130; MWG II/4). Dieser Brief zeigt, daß Weber Troeltschs Abhandlung zu diesem Zeitpunkt kannte. Er beurteilt sie als „vortreffliche Leistung“. Diese „mag in sehr vielen Punkten auf Anregung aus unseren Gesprächen und meine Aufsätze zurückgehen, (vielleicht noch mehr, als er weiß) – aber er ist der theologische Fachmann und beherrscht damit das Entscheidende: die maßgebende Idee. […] Zudem hat Tr[oeltsch] natürlich eine Fülle von Dingen geleistet (Analyse Luthers, Calvins), die ich so absolut garnicht hätte leisten können, weil mir die Kenntnisse dazu fehlen.“ – Im Sommer 1905 hatte Weber vorgeschlagen, statt seiner Ernst Troeltsch auf dem IX. Historikertag vortragen zu lassen, der im April 1906 in Stuttgart stattfinden sollte. Troeltschs Referat auf dem Historikertag 1906 trägt den Titel „Die Bedeutung des Protestantismus für die Entstehung der modernen Welt“ (KGA 8, S. 183–316). – Vgl. auch Graf, Friedrich Wilhelm, Fachmenschenfreundschaft. Bemerkungen zu ,Max Weber und Ernst Troeltsch‘, in: Mommsen, Wolfgang J. und Wolfgang Schwentker (Hg.), Max Weber und seine Zeitgenossen. – Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 1988, S. 313–336.

Im Rahmen der Edition mußte allerdings darauf verzichtet werden, soweit Weber nicht zitiert, über die Anregungen, die er von Troeltsch erhielt, im Einzelfall zu spekulieren. Deshalb wurde auch Troeltschs „Protestantisches Christentum“ in die Sachkommentierung nicht mit einbezogen. Sie lag bei der Abfassung des hier edierten Textes jedenfalls gedruckt noch nicht vor.

b) Bei der Einschätzung der kulturgeschichtlichen Folgen der Prädestinationslehre behandelt Weber ausdrücklich „nicht die persönlichen Ansichten Calvins, sondern die Lehre des Calvinismus“ (vgl. S. 250, Fn. 5). Dabei [235]betrachtet er hauptsächlich den englischen Puritanismus, bezieht aber auch das reformierte Holland mit ein. Bevor er auf die Wirkung der Prädestinationslehre eingeht, gibt er sie nach der „Westminster Confession“ von 1647 wieder (vgl. S. 251–253). Zur Klärung des Ursprungs dieser Lehre geht er auf Calvin zurück (vgl. S. 256–259). Doch folgt er dabei nicht dem Original, sondern Max Scheibes Dissertation über „Calvins Prädestinationslehre“ aus dem Jahre 1897 (vgl. S. 257 mit Fn. 10).59[235]Ähnlich wie bei Karl Egers Abhandlung über die Anschauungen Luthers vom Beruf bezieht Weber auch hier neuere Spezialuntersuchungen in seine Untersuchung ein. Zu Eger vgl. den Editorischen Bericht zu Weber, Protestantische Ethik I, oben, S. 120 f. Auf die inhaltlichen Unterschiede zwischen Calvins Prädestinationslehre nach der „Institutio Christianae Religionis“ und der „Westminster Confession“ oder auch Hoornbeeks „Theologia practica“ (1663–1666)60 Auf den unbekannteren Johannes Hoornbeek, dessen Werk in der UB Heidelberg vorhanden war, griff Weber vermutlich zurück, weil ihm, wie er schreibt, das Schrifttum des an und für sich bedeutenderen niederländischen Theologen Gisbert Voet wie „Tà Ἀσκητικά sive exercitia pietatis“ (1664), ein „Codex evangelischer Ascetik“ (Heppe, Pietismus, S. 151), nicht zugänglich war (vgl. unten, S. 246, Fn. 3, und S. 368, Fn. 2). Hoornbeek war Schüler von Voet. Dieselbe Beobachtung bei Ghosh, Peter, Max Weber in the Netherlands 1903–7: a neglected episode in the early history of The Protestant Ethic, in: Ghosh, A Historian Reads Max Weber (wie oben, S. 30, Anm. 19), p. 51–74, p. 58. (vgl. S. 259, Fn. 12) kommt es ihm dabei nicht an. Wo Weber die Konsequenz der Prädestinationslehre beschreibt, etwa als radikale Vereinsamung des Individuums, hält er sich wohl in erster Linie an Edward Dowden, Puritan and Anglican, vgl. unten, S. 259, Fn. 13, dazu Anm. 84.

Scheint also an manchen Stellen Webers Calvin-Verständnis durch die Sekundärliteratur vermittelt (vgl. S. 268 f., Fn. 21b; S. 354, Fn. 133 f.), geht er anderswo offensichtlich doch auf Calvin selbst zurück (vgl. S. 266, Fn. 21; S. 274, Fn. 27; S. 312, Fn. 78; S. 399, Fn. 52; S. 404, Fn. 55). Ob nun indirekt oder direkt zur Kenntnis genommen, in den Sacherläuterungen ist das entsprechende Werk Calvins genannt und, sofern es sich um die „Institutio Christianae Religionis“ handelt und Weber keine andere Auskunft gibt, die dritte Fassung von 1559 herangezogen (in den Kommentaren zitiert als: Calvin, Inst.). Dies geschieht wie allgemein üblich auch bei Weber nach Buch, Kapitel und Abschnitt. Gelegentliche Calvin-Zitate in den Sachanmerkungen sind, um das Verständnis zu erleichtern, in der Übersetzung Otto Webers wiedergegeben.61 Vgl. Calvin, Johannes, Unterricht in der christlichen Religion. Institutio Christianae Religionis. Nach der letzten Ausgabe von 1559 übers. und bearb. von Otto Weber, im Auftrag des Reformierten Bundes bearb. und neu hg. von Matthias Freudenberg, 2. Aufl. – Neukirchen-Vluyn: foedus-verlag und Neukirchener Verlag 2009. In anderen Fällen werden die Bände des „Corpus Reformatorum“ ausgewiesen, die Weber benutzt (vgl. S. 296, Fn. 3). Seine Interpre[236]tation der Konsequenzen der Prädestinationslehre wird hauptsächlich mit Heinrich Heppes „Dogmatik der evangelisch-reformirten Kirche“ (1861) belegt (vgl. S. 257, Fn. 10).

c) Weber teilt dem Leser ausdrücklich mit, bei der Darstellung der Lehrunterschiede von Luthertum und Calvinismus folge er Matthias Schneckenburgers Vorlesungszyklus „Vergleichende Darstellung des lutherischen und reformirten Lehrbegriffs“ (postum 1855) (vgl. S. 248, Fn. 4; S. 276, Fn. 32; bereits Weber, Protestantische Ethik I, S. 201, Fn. 50).62[236]Webers Interesse konzentriert sich ganz auf den ersten der beiden Bände. Außer der Typologie63 Vgl. auch Graf, Friedrich Wilhelm, Die „kompetentesten“ Gesprächspartner? Implizite theologische Werturteile in Max Webers „Protestantischer Ethik“, in: Religionssoziologie um 1900, hg. von Volkhard Krech, Hartmann Tyrell. – Würzburg: Ergon Verlag 1995, S. 209–248, S. 225–233. folgt er dabei auch vielen Details (vgl. S. 273–303 mit Anmerkungen). In den Sacherläuterungen wird genauer, als Weber dies selbst tut, der Bezug auf Schneckenburgers Vorlesungszyklus hergestellt, so daß man sich über Umfang und Inhalt der Übernahme informieren kann.

d) Die Schriften von Richard Baxter sind für Weber eine wichtige Quelle für das puritanische Berufsverständnis, vor allem Baxters „A Christian Directory: Or, A Summ of Practical Theologie, and Cases of Conscience“. Das vierteilige Werk wurde während des Predigtverbots für Nonkonformisten in den Jahren 1664/65 verfaßt und erschien zuerst 1673. Weber zitiert aus der zweiten Auflage von 1677/78.64 Er schöpft in erster Linie aus dem ersten, auch bei Baxter ausführlichsten Teil, überschrieben mit „Christian Ethicks“, in dem dieser „Directions for the Ordering of the Private Actions of our Hearts and Lives in the work of Holy Self-Government unto and under God“ vorträgt. Den zweiten Teil, überschrieben „Christian Oeconomicks: or, the Family Directory“, zieht Weber nur ergänzend heran. Den dritten Teil „Christian Ecclesiasticks“ läßt er mit einer Ausnahme beiseite (vgl. S. 393, Fn. 47b). Aus dem vierten Teil, überschrieben „Christian Politicks“, greift er insbesondere Stellen über die Ablehnung der Kreaturvergötterung, über die christliche Nächstenliebe (vgl. auch S. 383, Fn. 30) und den „Schluß“ heraus (vgl. S. 276, Fn. 31, und S. 283, Fn. 40). Von Baxters Werk hatte er sich ein „dicke[s] Exzerpt“ angefertigt.65 Dies geht aus dem Brief Max Webers an Werner Sombart vom 20. Dez. 1913, MWG II/8, S. 432–435, hier S. 433 mit Fn. 3, hervor: „Ich habe meine eignen dicken Exzerpte […]“ (zu Baxter und Antonin [von Florenz]). – Baxters „Christian Directory“ ist in der Heidelberger Universitätsbibliothek nicht vorhanden. Seine Äußerung, S. 246, Fn. 3, Z. 9–12, legt nahe, daß er das Werk über Fernleihe bezogen hatte. Es ist nicht überliefert, könnte aber ähnlich – nur umfangreicher – wie sein Exzerpt aus Barclays „Apology“ ausgesehen haben.66 Zum Exzerpt Barclay, Apology, unten, S. 239 f. Nach Webers Urteil handelt es sich bei Baxters „Christian Directory“ um „das umfassendste Kompendium der puritanischen Moraltheologie“ (S. 367).

Weber zitiert Baxters „Hauptwerk“ (S. 374) in aller Regel mit dem Hinweis auf Teil und Seite. Dies wird in den Anmerkungen um Kapitel und/oder „Direc[237]tion“ mit Angabe ihres Wortlauts ergänzt, sofern dies aussagekräftig ist. Baxters Schrift „The Saints’ everlasting rest“ zieht Weber ergänzend heran. Wie Webers Kapitelzitation zeigt, benutzt er die von Benjamin Fawcett gekürzte Fassung und zitiert vornehmlich aus Kapitel X, „The Saints’ rest is not to be expected on earth“, und Kapitel XII, „Directions how to lead a heavenly life upon earth“.67[237]Vgl. S. 301, Fn. 72; S. 369, Fn. 4; S. 370, Fn. 5; S. 409, Fn. 67; und S. 422, Fn. 85. (Ausnahme: S. 280 f., Fn. 35 mit Anm. 87; S. 286, Fn. 49, dazu Anm. 17.) Er scheint außerdem eine deutsche Ausgabe der gekürzten Fassung in der Übersetzung Otto v. Gerlachs verwendet zu haben (vgl. S. 301 f., Fn. 72, und S. 370, Fn. 5), wobei er aber unten, S. 422 mit Anm. 81, auch selbst übersetzt.68 Eine freie Übersetzung aus Baxter benutzt Weber in seiner vielzitierten Formulierung: „Nur wie ,ein dünner Mantel, den man jeder Zeit abwerfen könnte‘, sollte nach Baxters Ansicht die Sorge um die äußeren Güter um die Schultern seiner Heiligen liegen. Aber aus dem Mantel ließ das Verhängnis ein stahlhartes Gehäuse werden.“ Unten, S. 422, dazu Anm. 81. Ferner benutzte er einen Band aus der Reihe „Works of the English Puritan Divines“, der weitere Schriften Baxters enthält.69 Es handelt sich um: Baxter, Works of the English Puritan Divines IV; vgl. z. B. S. 281, Fn. 35; S. 337, Fn. 113; darin auch der im folgenden erwähnte Essay von Jenkyn, p. i–lviii. Biographische Daten sowie Hinweise zur Theologie Baxters folgen Thomas W. Jenkyns „Essay on Baxter’s Life, Ministry, and Theology“, der in diesem Band enthalten ist. Die in der Heidelberger Universitätsbibliothek vorhandene Reihe benutzt Weber auch für weitere puritanische Autoren.70 Vgl. die Übersicht im Verzeichnis der von Max Weber zitierten Literatur, unten, S. 867 f.

e) Den weiten Pietismusbegriff entnimmt Weber Albrecht Ritschls dreibändiger Darstellung zur „Geschichte des Pietismus“ (1880–1886).71 Vgl. Lehmann, Hartmut, Max Webers Pietismusinterpretation, in: ders., Max Webers „Protestantische Ethik“. Beiträge aus Sicht eines Historikers. – Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 1996, S. 50–65 (hinfort: Lehmann, Max Webers Pietismusinterpretation), hier S. 58. Auch Ritschl hatte die Niederlande als Entstehungsland des Pietismus, die heute zumeist als „Nadere reformatie“ bezeichnete Richtung, in seine Darstellung mit einbezogen. Weber weitet den Begriff noch einmal aus, indem er sich Heinrich Heppe, „Geschichte des Pietismus und der Mystik in der Reformirten Kirche, namentlich der Niederlande“ (1879), anschließt, der die niederländische reformierte Kirche durch den „puritanische[n] Pietismus Englands“ (Heppe, ebd., S. 14–73) beeinflußt sieht,72 Vgl. Weber, Protestantische Ethik II, unten, S. 243, Fn. 3, und S. 306–310, Fn. 76. und indem er für das deutsche Luthertum in Gestalt Philipp Jakob Speners eine Beeinflussung durch den „englisch-niederländischen Pietismus“73 Ebd., unten, S. 318. geltend macht. Weber entnimmt Ritschls Werk [238]viele Details.74[238]Weber distanziert sich dabei allerdings von Ritschls „religionspolitisch orientierten Werturteilen“, von seiner „Antipathie gegen alle spezifisch asketische Religiosität“, die er als „Rückfälle in den ,Katholizismus‘“ werte und weshalb er „den Finger auf jedes Zitat aus der katholischen Mystik und Asketik“ in der pietistischen Literatur lege (S. 319, Fn. 76; vgl. auch S. 276., Fn. 33). Am ausführlichsten beschäftigt er sich in diesem Zusammenhang mit Spener.75 Webers Ausführungen zu August Hermann Francke erscheinen demgegenüber pointiert, sind aber weit weniger ausführlich als die zu Spener. Die von Francke ins Leben gerufenen Halleschen Anstalten bleiben unerwähnt (ähnlich die Organisationen des Methodismus, vgl. S. 345). Zinzendorf wird wegen des bei ihm in Steigerung auftretenden gefühlsmäßigen Moments gesondert behandelt, wobei sich Weber – mit Ausnahme zu August Gottlieb Spangenberg, Zinzendorfs Nachfolger in der Herrnhuter Brüdergemeine (S. 263, Fn. 17, und S. 330 f. mit Fn. 103 und 104) – ganz auf Sekundärliteratur stützt (neben Ritschl, Pietismus I–III, zieht Weber Plitt, Zinzendorfs Theologie I–III, heran). Dieser hinterließ außer seinem Hauptwerk, dem in den „Pia desideria“ (1675) entfalteten Kirchenreformprogramm, eine Fülle von Predigten und Briefen, erbaulichen, polemischen, katechetischen und anderen Einzelschriften. Webers „Quelle“ bilden Speners deutschsprachige Briefe, Gutachten und Responsen, die dieser gegen Ende seines Lebens zu einem „pastoraltheologischen Nachschlagewerk“76 Nach dem Vorwort von Johannes Wallmann zu: Spener, Philipp Jakob, Briefe aus der Frankfurter Zeit 1666–1686, Band 1, hg. von Johannes Wallmann in Zusammenarbeit mit Udo Sträter und Markus Matthias. – Tübingen: J.C.B. Mohr (Paul Siebeck) 1992 (hinfort: Spener, Briefe I), S. V–XIII, hier S. V. zusammenstellte und als „Theologische Bedenken“ in vier Bänden 1700–1702 veröffentlichte. Weber benutzt die in der Universitätsbibliothek Heidelberg vorhandene dritte Auflage von 1712–1715. Einzelne Stellen wählt er darüber hinaus aus der lateinischen Briefsammlung „Consilia et Iudicia theologica latina“ aus, die nach Speners Tod 1709 in drei Bänden erschien. Im übrigen folgt er, von wenigen Ausnahmen abgesehen,77 Die Stellen, die Weber aus Speners „Consilia“ zu Johannes Tauler aufführt, folgen nicht Ritschl. Weber dürfte sie dem Register des dritten Bandes (Spener, Consilia theologica III) entnommen haben. Dasselbe gilt auch für die Stellen zur platonischen und aristotelischen Philosophie (S. 321, Fn. 86, und S. 332–334, Fn. 108) sowie zu den Quäkern (S. 356, Fn. 134). weitgehend Ritschl, der sich in großen Teilen seiner Darstellung auf Speners Sammelwerke stützt.78 Vgl. Ritschl, Pietismus II, S. 97–225. Die von Ritschl ebenfalls zitierten postumen „Letzten Theologischen Bedenken“ Speners berücksichtigt Weber nicht.

Für den Abschnitt „Askese und Kapitalismus“, S. 366–425, konsultiert Weber für den Pietismus mit wenigen Ausnahmen direkt Speners „Theologische Bedenken II“, Kapitel 3, das von den verschiedenen Pflichten des Christen handelt,79 Spener, Theologische Bedenken II, ist überschrieben: „Worinnen sonderlich die pflichten gegen GOtt, die Obern, den nechsten und sich selbs, auch ehe-sachen, so dann aufmunterung- und trost-schreiben enthalten“. und darin besonders Artikel IV, die „Pflichten eines Chri[239]sten gegen sich selbs und seinen beruff“80[239]Spener, Theologische Bedenken II, p. 279. (vgl. S. 373 f., Fn. 13; S. 380, Fn. 24; S. 384 f., Fn. 31 und 32; S. 392, Fn. 45, und S. 416 f., Fn. 77). Auch dazu regte ihn möglicherweise Ritschls kurze Erörterung des Spenerschen Berufsverständnisses an.81 Vgl. Ritschl, Pietismus II, S. 101 f.; S. 102, Anm. 1, mit Verweis auf Spener, Theologische Bedenken II, S. 422 und 424–453. Dazu kommen Einzelseiten aus dem vorhergehenden Artikel III zur „Berufsarbeit“ (S. 375 f., Fn. 16 f.; S. 380, Fn. 24; S. 384, Fn. 32; S. 416, Fn. 78). In den Inhaltsübersichten zu Artikel III und IV im Exemplar der Heidelberger Universitätsbibliothek (Q1866-RES) markierte Weber die ihn interessierenden Sectiones.82 Vgl. Spener, Theologische Bedenken II, Übersichten S. 169 f. und 379 f. Nahezu alle zitierten Sectiones sind von Weber mit Marginalien und Unterstreichungen versehen.

Weber zitiert Speners „Consilia Theologica“ und Speners „Theologische Bedenken“ nicht einheitlich.83 Die römische Ziffer bezieht sich bei Speners „Consilia Theologica“ auf den Teil, bei den „Theologischen Bedenken“ auf das Kapitel. Da manche seiner bibliographischen Informationen ohnehin korrigiert werden mußten (z. B. S. 321, Fn. 86), wurde entschieden, sie in der Sacherläuterung stets zu vervollständigen, mitunter ohne Wiedergabe der Titel der Sectiones.84 Es wurde darüber hinaus überlegt, für weitere Informationen, u. a. Adressat und Datierung, auf die neue Briefausgabe (Spener, Briefe I [und Folgebände], wie oben, S. 238, Anm. 76) zu verweisen. Allerdings sind die meisten der von Weber zitierten Briefe und Gutachten noch nicht ediert, so daß darauf verzichtet wurde.

f) Weber stützt sich bei seinen Ausführungen zur Berufsidee des Methodismus, anders als beim Puritanismus, Pietismus und den Quäkern, auf keine bestimmte grundlegende Darstellung (S. 366–425). Er betont, der Methodismus falle in einen späteren Zeitraum und steuere zur Berufsidee „nichts Neues“ bei (S. 345). Wichtig werde der Methodismus wegen der von ihm hervorgebrachten Organisationen erst bei der „Betrachtung der Sozialethik“ (ebd.). – Der Vorverweis zeigt nicht nur hier, daß er seine Studie fortführen wollte, sie in der vorliegenden Form also nicht abgeschlossen ist (Näheres dazu in der Einleitung, oben, S. 66 f., und den Anhang, S. 90–96).

g) Für die Quäker stützt sich Weber auf Robert Barclays „Apology for the True Christian Divinity“. Das Werk, ein theologisches Hauptwerk des Quäkertums, erschien 1676 auf Latein und zwei Jahre später auf Englisch. Barclay schrieb es in der Absicht, seine Glaubensbrüder, die verleumderischen Anfeindungen ausgesetzt waren, zu verteidigen und bei Karl II. für die Tolerierung ihrer Ansichten zu werben.85 Vgl. Barclay, Apology, Vorwort „Unto Charles II.“ Dazu DesBrisay, Gordon, Art. Barclay, Robert, of Ury (1648–1690), in: Oxford Dictionary of National Biography 2004 [http://www.oxforddnb.com/view/article/1347, accessed 9 April 2013]; Loofs, Art. Barclay, Robert, in: RE3, 2. Band, 1897, S. 398–400. Weber benutzte die 4. Auflage von 1701, die ihm nach einer Notiz unten, S. 334 f., Fn. 133, Eduard Bernstein „zur Ver[240]fügung“ gestellt hatte.86[240]Bernstein, Kommunistische Strömungen, S. 663–673, hatte dieselbe 4. Auflage von 1701 benutzt. Er behandelt die „ökonomisch-soziale Seite des Quäkerthums“ und zeigt, daß die Quäker aufgrund ihrer Askese sehr erfolgreiche Geschäftsleute geworden waren (ebd., S. 680–685) – möglicherweise für Weber ein ausschlaggebender Grund, sich zur täuferischen Tradition vorrangig mit den Quäkern zu beschäftigen. Diese Ausgabe hat folgenden Aufbau: Barclays „Apology“ gliedert sich in 15 „Propositions“. Die Leitsätze87 Vgl. Barclay, Apology, p. 3–14; die englischen „Propositions“ hatte Barclay unter dem lateinischen Titel „Theses Theologicae“ schon 1675 verbreitet, das gesamte Werk war 1676 zuerst in Latein erschienen (engl. zuerst 1678). werden vorangestellt, im Hauptteil des Werkes wiederholt und jeweils ausführlich erläutert. Weber hatte sich von seiner Lektüre ein Exzerpt angefertigt, das heute im Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz in Berlin aufbewahrt wird.88 GStA PK Berlin, VI. HA, Nl. Max Weber, Nr. 31, Band 6, Bl. 28–42v (hinfort: Weber, Exzerpt). Bei Bl. 28 handelt es sich um einen Briefumschlag mit der Aufschrift „Quäker“ und „Rob[ert] Barclay“. Die Blätter 29–42v liegen im Archiv in ungeordneter Folge, sie sind teilweise auch rückseitig und durchgehend lila beschriftet. Es handelt sich um kleinere Notizzettel, viele mit der Aufschrift „Barclay“ bzw. „R.“ oder „Rob. Barclay“, manchmal auch zusätzlich mit „Quäker“. Vier Notizzettel, Exzerpte aus den vorangestellten „Propositions“, paginierte Max Weber mit 1) bis 4). Bei der Abfassung der einzelnen Passagen stützt er sich ganz auf dieses Exzerpt.89 Die in den Kommentaren gebrauchte Transkription stammt von Diemut Moosmann, der hierfür sehr zu danken ist. In der Wiedergabe des Exzerpts bedeuten eckige Klammern Ergänzungen durch die Editoren, während Spitzklammern (⟨, ⟩) Max Webers Streichungen ausweisen. Er notierte sich auf Deutsch oder Englisch Stichworte und Halbsätze zu fast allen „Propositions“ und zu der argumentativen Entfaltung von Proposition II–IV, VII, IX–XI, XIV und XV. Weber zitiert aus nahezu allen Propositions und gibt insofern ein umfassendes Bild. Aus Proposition X. gewinnt er den Kirchenbegriff der Quäker (vgl. S. 349, Fn. 126 mit Anm. 15, und S. 354 mit Anm. 37). Später bezieht er sich nur noch auf Proposition XV., aus der die quäkerische asketische Lebensführung zu entnehmen ist (S. 369, Fn. 4 mit Anm. 22; S. 372, Fn. 10 mit Anm. 39; S. 399, Fn. 52 mit Anm. 73; u.ö.).

In den Sacherläuterungen wird bei Zitaten sowohl auf die betreffende Stelle bei Barclay als auch auf Webers meist aufschlußreiches Exzerpt hingewiesen.90 In den Kommentaren stets zitiert als: Weber, Exzerpt.

Im selben Konvolut des Berliner Geheimen Staatsarchivs existieren weitere Notizen zum Quäkertum, die Weber im Haverford College bei Philadelphia, PA, auf seiner USA-Reise 1904 anfertigte.91 GStA PK Berlin, VI. HA, Nl. Max Weber, Nr. 31, Band 6, Bl. 43–48v. Auf dem dazugehörigen Briefumschlag notierte Weber „Quäker (Haverford Notizen)“. Bl. 44r–48r sind mit Bleistift geschrieben, für den Umschlag (Bl. 43) wurde ein lilafarbener Stift benutzt. Es handelt sich überwiegend um [241]bibliographische Notizen zu Werken und Schriftenreihen der Quäker.92[241]Vgl. dazu auch unten, S. 368, Fn. 3 mit Anm. 13. – Die College-Bibliothek soll 1904 über 45 000 Bücher verzeichnet haben, so Scaff, Max Weber in America (wie oben, S. 57, Anm. 24), p. 143. Manchen Titel trug Weber bei der Überarbeitung der „Protestantischen Ethik“ nach.93 Es handelt sich um sämtliche Angaben zur „Quäkergeschichte“, die Weber, Protestantische Ethik, GARS I, S. 151, Fn. 4 (MWG I/18), aufführt. Für die hier edierte erste Fassung scheint er die Notizen mit einer Ausnahme (vgl. unten, S. 361, Fn. 137 mit Anm. 69) nicht benutzt zu haben.

Sonstiges zu den Sacherläuterungen

Zitate aus Webers älteren deutschsprachigen Quellen, die in den Sacherläuterungen angeführt werden, folgen weitgehend dem Druckbild der Vorlage. Beibehalten werden ältere Umlautwiedergaben wie aͤ, oͤ und uͤ sowie die Virgel, während Ligaturen sowie das &-Kürzel (zu „und“) aufgelöst werden. Die Auflösung der Ligaturen und von & („et“) gilt auch für lateinische Quellen. Die ältere deutsche, englische oder lateinische Orthographie wird darüber hinaus beibehalten.